Schwäne nehmen am Bodensee das Ufer ein
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Rekordverdächtige PopulationAnzahl der Schwäne auf dem Bodensee nimmt rasant zu

Am Bodensee kann man aktuell aussergewöhnlich viele Schwäne bestaunen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

von
Pascal Eicher
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Eine Gruppe von Schwänen tummelt sich am Seeufer in Romanshorn TG.

Eine Gruppe von Schwänen tummelt sich am Seeufer in Romanshorn TG.

News-Scout/Peter Schilling
In letzter Zeit wurden am Bodensee ausserordentlich viele Schwäne gesichtet.

In letzter Zeit wurden am Bodensee ausserordentlich viele Schwäne gesichtet.

News-Scout/Peter Schilling
Momentan befinden sie sich in der Mauserzeit, wo sie ihre Federn wechseln.

Momentan befinden sie sich in der Mauserzeit, wo sie ihre Federn wechseln.

News-Scout/Peter Schilling

Darum gehts

  • Am Bodensee wurden in den letzten Wochen auffällig viele Schwäne gesichtet.

  • Dies ist auf den hohen Wasserstand und die aktuell laufende Mauserzeit zurückzuführen.

  • Ausserdem haben die Schwäne ein gutes Fortpflanzungsjahr hinter sich.

  • Die Tiere sollten nicht gefüttert werden.

Dem einen oder anderen Seebesucher ist es vielleicht aufgefallen: In den letzten Wochen sind ungewöhnlich viele Schwäne auf dem Bodensee zu sehen, wie das Regionaljournal Ostschweiz am Montag berichtet. Die Schwanenbevölkerung steigt auf dem Bodensee zwar seit Jahren, auf dieses Jahr hin kletterte sie allerdings von 3400 auf rund 4500 Schwäne.

Diese Entwicklung ist auch News-Scout Peter Schilling aus Romanshorn TG aufgefallen. «Es hat aktuell auf jeden Fall mehr und grössere Schwanengruppen auf dem See», sagt Schilling. Als Grund für die vielen Sichtungen vermutet der Romanshorner das Hochwasser: «Durch das hohe Wasser kommen die Schwäne nicht so gut an die Wasserpflanzen heran. Deshalb kommen sie näher ans Ufer oder an Land, um dort zu fressen», sagt Schilling weiter.

Hochwasser treibt Schwäne ans Ufer

Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung Kanton Thurgau, bestätigt Schillings Vermutung: «Letztes Jahr konnte man einen grossen Fortpflanzungserfolg unter den Schwänen verzeichnen. Ausserdem kommen sie durch den hohen Wasserstand näher ans Ufer und bilden grössere Gruppen», sagt Kistler auf Anfrage von 20 Minuten. Auch käme es aktuell sowieso zu grösseren Gruppenbildungen, da die Schwäne sich gerade in der sogenannten Mauserzeit befänden, wo sie ihre Federn wechseln, sagt Kistler weiter. In dieser Zeit verlieren die Schwäne ihre Fähigkeit zu fliegen.

Zu den Folgen einer erhöhten Schwanenpopulation sagt Kistler Folgendes: «Ökologisch gesehen bereiten die vermehrt auftauchenden Schwäne keine Probleme. Es muss aber mit mehr verstreuten Federn und Kot am Seeufer entlang gerechnet werden.»

Schwäne nicht füttern!

Auch wenn es sehr beliebt ist: Schwäne mit Brot oder anderen Lebensmitteln zu füttern, ist keine gute Idee. «Schwäne sind Pflanzenfresser und haben keine Probleme, sich eigenständig mit Nahrung zu versorgen. Brot ist zu salzig für sie und kann zu Komplikationen führen», sagt Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung Kanton Thurgau. Es ist deshalb empfehlenswert, die Wasservögel aus der Distanz zu bewundern.

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