Aktualisiert 25.02.2011 09:56

Wechselwirkung

Schwanger trotz Pille?

Medikamente können die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille beeinträchtigen. Wer nicht ungewollt schwanger werden will, sollte sich unbedingt ärztlich beraten lassen.

Verhütung: Bei gewissen Medikamenten kann sie beeinträchtigt werden. (Bild: Colourbox)

Verhütung: Bei gewissen Medikamenten kann sie beeinträchtigt werden. (Bild: Colourbox)

Antibiotika können unter Umständen die Wirkung der Anti-Baby-Pille herabsetzen. «Vorsicht ist geboten bei Penicillinen, Tetracyclinen sowie Cephalosporinen und Chloramphenicol», erklärt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in Deutschland. Bei einer Antibiotika-Therapie sollte daher bis zur nächsten Menstruation vorsichtshalber mit Kondomen verhütet werden.

Die Wirksamkeit von hormonellen Verhütungsmitteln kann darüber hinaus auch durch andere Medikamente herabgesetzt werden. Hierunter fallen Arzneimittel, die einen gesteigerten Abbau der Wirkstoffe hervorrufen, wie bestimmte Antiepileptika, Antimykotika oder Antimalariamittel. Frauen, die solche Mittel einnehmen, sollten sich Albring zufolge vom Frauenarzt beraten lassen. (dapd)

Stichwort Pille

Die Antibaby-Pille ist eine beliebte Verhütungsmethode: Schätzungsweise rund 500 000 Frauen in der Schweiz nehmen orale Kontrazeptiva. Doch das seit Anfang der 60er Jahre erhältliche Hormonpräparat hat Tücken: Zwar wurde die Pille im Laufe der vergangenen Zeiten kontinuierlich weiterentwickelt und von vielen ihrer Kinderkrankheiten befreit - doch Nebenwirkungen treten auch bei der neusten Generation niedrig dosierter Präparate auf. Frauen mit Gefässerkrankungen neigen durch die Einnahme der Pille eher zu Thrombosen, Lungenembolien und Schlaganfällen. Raucherinnen gehören ebenfalls zur Riskogruppe.

Ob die Einnahme von Kontrazeptiva die Entstehung von Krebs begünstigt, wurde bereits in diversen Studien untersucht. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Datenlage eher verwirrend: Während für die einen Krebsarten laut dem Horten-Zentrum für praxisorientierte Forschung und Wissenschaftstransfer das Risiko offenbar sinkt, könnten andere bösartige Erkankungen durch die Einnahme der Pille begünstigt werden.

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