GPS-Sender am Auto der Ex: «Schwangerer Mann» wegen Stalkings verhaftet
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GPS-Sender am Auto der Ex«Schwangerer Mann» wegen Stalkings verhaftet

Drohungen, Überwachung, Aggressionen: Der Rosenkrieg zwischen dem als «schwangerer Mann» bekannten Thomas Beatie und seiner Ex-Frau wird immer dreckiger.

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Thomas Beatie, in den Medien als «schwangerer Mann» bekannt, wurde am 20. November 2014 in Arizona verhaftet. Seine Ex-Frau Nancy hat ihn wegen Stalkings angezeigt.

Thomas Beatie, in den Medien als «schwangerer Mann» bekannt, wurde am 20. November 2014 in Arizona verhaftet. Seine Ex-Frau Nancy hat ihn wegen Stalkings angezeigt.

Maricopa County Sheriff's Office
Oktober 2011: Ein Bild aus glücklichere Zeiten. Thomas Beatie und seine Nancy haben drei gemeinsame Kinder. Im April 2012 trennten sich die beiden. Seither herrscht Rosenkrieg.

Oktober 2011: Ein Bild aus glücklichere Zeiten. Thomas Beatie und seine Nancy haben drei gemeinsame Kinder. Im April 2012 trennten sich die beiden. Seither herrscht Rosenkrieg.

Screenshot «The Doctors»
Die Geschichte: Beatie war im März 2008 weltweit in die Schlagzeilen geraten, weil er trotz seiner Geschlechtsumwandlung im Jahr 2002 entschieden hatte, Kinder zu bekommen.

Die Geschichte: Beatie war im März 2008 weltweit in die Schlagzeilen geraten, weil er trotz seiner Geschlechtsumwandlung im Jahr 2002 entschieden hatte, Kinder zu bekommen.

Screenshot «The Doctors»

Im Scheidungsdrama zwischen Thomas Beatie und seiner ehemaligen Frau Nancy ist das letzte Kapitel noch nicht geschrieben. Am Donnerstag wurde der 39-jährige Beatie in Arizona verhaftet, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er am Auto seiner Ex einen GPS-Sender angebracht hatte.

Thomas Beatie war im Jahr 2008 als der erste schwangere Mann der Welt berühmt geworden. Der Transsexuelle hatte eine Schwangerschaft ausgetragen, weil es seiner damaligen Ehefrau Nancy unmöglich war. 2009 und 2010 brachte Beatie zwei weitere Kinder zur Welt. Im April 2012 kündigte das Paar seine Trennung an.

Pannendienst entdeckte GPS zufällig

Laut Gerichtsakten, die der Zeitschrift «Arizona Republic» vorliegen, flog der Skandal um den GPS-Sender bereits im September auf. Damals habe eine Frau, die namentlich nicht erwähnt wird, eine Panne auf der Autobahn erlitten. Der Pannendienst habe beim Pneuwechsel das Gerät entdeckt. Die Frau habe daraufhin Anzeige erstattet und Beatie als Verdächtigen angegeben.

Die Polizei von Maricopa County befragte Beatie im Oktober zur Sache. Dieser gab zu, einen GPS-Sender am Auto seiner Ex angebracht zu haben. Dies habe er aber aus Sicherheitgründen getan, als das Paar noch friedlich in einer Beziehung gelebt habe. Seither habe er die Daten, die der Sender an seinen Computer schickte, nicht mehr ausgewertet.

Die Batterien wurden erst kürzlich ersetzt

Die Behörden waren von Beaties Version nicht überzeugt: Obwohl das Paar seit über zwei Jahren getrennt lebt, waren die Batterien am GPS-Gerät noch frisch. Offenbar muss sie jemand erst kürzlich ersetzt haben. Hinzu kommt: Ex-Frau Nancy erklärte den Ermittlern, dass ihr aufgefallen sei, dass Beatie immer wieder «zufällig» dort aufgetaucht sei, wo sie sich gerade befunden habe.

Beatie wurde nach 24 Stunden wieder auf freiem Fuss gesetzt. Er muss sich jedoch vor einem Gericht wegen Stalkings verantworten.

Mutmasslicher Stalker fühlte sich verfolgt

Der Vorfall ist der letzte in einer langen Liste von Konflikten zwischen den beiden. Im Mai dieses Jahres hatte Thomas Beatie eine richterliche Verfügung gegen Nancy erwirkt. Beatie erklärte vor Gericht, seine Ex lasse ihn nicht in Ruhe, nachdem er öffentlich gesagt habe, dass er mit seiner neuen Partnerin Amber Nicholas ein viertes Kind zeugen wolle.

Beatie beschuldigte Nancy, eine Schmutzkampagne gegen ihn gestartet zu haben. Die Ex und Mutter seiner Kinder würde ihn und Amber verfolgen, verbal beschimpfen und via E-Mail bedrohen.

Lange Mails führen zu Verhaftung

Vor Gericht bekam der Transsexuelle Recht: Der Richter ordnete Nancy an, sich von Beaties Haus und seinem Arbeitsplatz fernzuhalten. Zudem darf sie ihm seither maximal zwei E-Mails am Tag schreiben, die die gemeinsamen Kinder zum Gegenstand haben. Sollten ihre Nachrichten länger als sechs Sätze sein, darf Nancy verhaftet werden.

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