Aktualisiert 23.04.2014 11:40

Valentina ItemSchwarzarbeiterin im Haus der Staatsanwältin

Der Ehemann der neuen Tessiner Staatsanwältin hat eine Haushälterin aus den Philippinen schwarz angestellt. Die SP fordert ihren Rücktritt.

Nur wenige Tage nach ihrer Ernennung ist die neue Tessiner Staatsanwältin Valentina Item in die Kritik geraten. Der Ehemann der Juristin soll eine Haushälterin schwarz beschäftigt haben. Das Thema nahm am Mittwoch in den Tessiner Tageszeitungen viel Platz ein. Politisch gingen die Meinungen indes auseinander.

Die Sozialdemokraten fordern den Rücktritt der neuen Staatsanwältin. Sie wollen nicht akzeptieren, dass im Hause einer angehenden Staatsanwältin eine Ausländerin schwarz beschäftigt und offenbar schlecht bezahlt wurde. Gleichzeitig kritisieren sie, dass die Lega Zugang zu vertraulichen Dokumenten, etwa Verhörprotokollen, hatte.

Die übrigen Parteien halten sich mehr oder weniger zurück. Der Tessiner Fraktionschef der SVP, Marco Chiesa, ist der Meinung, das Thema sei abgeschlossen, da es kein Strafverfahren gegen Valentina Item gibt, wie er im «Corriere del Ticino» am Mittwoch zitiert wurde. Auch Christian Vitta von der FDP äusserte sich entsprechend mit Verweis auf die Staatsanwaltschaft.

Bedingte Geldstrafe für Ehemann

Die Juristin Valentina Item, bisher Mitarbeiterin der Gerichtskanzlei der Beschwerdekammer des Appellationsgerichts, wurde am 14. April vom Grossen Rat mit 36 zu 29 Stimmen gewählt. Sie stammt aus den Reihen der SVP. Ihr unterlag eine Kandidatin der Lega.

Am vergangenen Wochenende bestätigte die Tessiner Staatsanwaltschaft Gerüchte in den Medien über einen in den vergangenen Tagen ausgestellten Strafbefehl gegenüber dem Ehemann der neuen Staatsanwältin. Der Anwalt soll im gemeinsamen Haushalt eine Filipina beschäftigt haben, ohne sie ordnungsgemäss zu melden. Dies brachte ihm gemäss Staatsanwaltschaft eine bedingte Geldstrafe ein.

Valentina Item nicht involviert

Valentina Item selbst soll in das Verfahren nicht involviert sein. Vor allem die Lega griff das Thema auf. In diversen Beiträgen auf ihrem Online-Portal des «IL Mattino della Domenica» äusserten Mitglieder der Partei Zweifel daran, dass die zukünftige Staatsanwältin nichts von den fehlenden Arbeitspapieren gewusst haben soll.

Die Lega unterstrich dies mit angeblichen Ausschnitten aus dem Verhörprotokoll der Haushälterin, das entstanden sein soll, als diese von der Polizei befragt wurde. Die SP reagiert nach eigenen Worten mit «Fassungslosigkeit» auf die gesamte Angelegenheit, wie es in einem Communiqué heisst. (sda)

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