Aktualisiert 27.11.2006 12:55

Schwarze fordern Rücktritt von New Yorks Polizeichef

Angehörige und Freunde eines kurz vor seiner Hochzeit erschossenen 23-jährigen New Yorkers haben bei einer Protestkundgebung den Rücktritt von Polizeichef Raymond Kelly gefordert.

Sie warfen seinen Beamten vor, aus rassistischen Vorurteilen heraus willkürlich auf das Auto des unbewaffneten Schwarzen geschossen zu haben. Der Demonstrationszug aus einigen hundert Menschen wurde am Sonntagabend vom Bürgerrechtler Al Sharpton angeführt. In der Nacht zum Montag wurde eine Mahnwache für Sean Bell abgehalten.

Bell hatte in der Nacht zum Samstag mit Freunden ein Striplokal besucht, um seinen Abschied aus dem Junggesellenleben zu feiern. Auf der Heimfahrt streifte er einen Polizisten in Zivil und rammte ein unmarkiertes Polizeifahrzeug. Fünf Beamte, die inzwischen vom Dienst beurlaubt wurden, gaben daraufhin bis zu 50 Schüsse ab. Bell wurde getötet, der Zustand seiner ebenfalls getroffenen beiden Mitfahrer wurde am Sonntag als kritisch beziehungsweise stabil bezeichnet.

Ein Polizeisprecher erklärte, es sei noch zu früh, über die Rechtmässigkeit der Schüsse zu entscheiden. Die Beamten hätten das Striplokal, aus dem die Opfer gekommen seien, zuvor heimlich überprüft. Es würden jetzt weiter Zeugen gesucht, um mehr Klarheit über den Tathergang zu erhalten. Bürgerrechtler kündigten derweil eine Grossdemonstration vor dem Polizeihauptquartier am 6. Dezember an. Sie warfen der Polizei vor, schon häufig gezielt gegen Schwarze mit Gewalt vorgegangen zu sein. (dapd)

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