Aktualisiert 08.09.2009 13:23

Grosser RatSchwarze Schwäne für einmal nicht kontrovers

Die schwarzen Schwäne auf dem Thunersee haben im Kantonsparlament ein kurzes und vor allem unkontroverses Gastspiel in Form eines Vorstosses gegeben. Der Grosse Rat erledigte die Motion diskussionslos im Sinne der Regierung.

Der Regierungsrat hatte dem Grossen Rat empfohlen, den Vorstoss anzunehmen und als erledigt abzuschreiben. Die zuständigen kantonalen Stellen hätten ihren Spielraum pragmatisch ausgeschöpft, indem sie die Haltung von maximal zehn Tieren auf den Thunersee ermöglichten.

Ob der Schwanenbesitzer davon Gebrauch machen wolle, liege nicht im Einflussbereich der Regierung. Eine über diese Regelung hinausgehende Ausbreitung der schwarzen Schwäne lehnte die Regierung indessen klar ab, da sie damit sonst gegen Bundesrecht verstossen würde.

Toleranz mit Augenmass

Das Kantonsparlament folgte am Dienstag der Empfehlung des Regierungsrats und überwies die Motion unter gleichzeitiger Abschreibung mit 83 zu 8 Stimmen bei 21 Enthaltungen. Der Bundesrat hatte im Juli auf eine dringliche Anfrage von Nationalrat Adrian Amstutz (SVP/Sigriswil) betont, das Aussetzen der Schwarzschwäne in freier Wildbahn verstosse gegen Bundesrecht. Angesichts der Lage sei es wohl am besten, die bereits geübte Toleranz mit Augenmass weiter zu pflegen.

Die schwarzen Schwäne auf dem Thunersee sorgen seit mehreren Jahren für rote Köpfe. Naturschützern sind die Vögel ein Dorn im Auge, da sie nicht zur einheimischen Fauna gehören.

Viele Thunerinnen und Thuner haben aber Freude an den eleganten Schwarzschwänen und möchten, dass sie auf dem See bleiben dürfen.

Maximal zehn Schwarzschwäne

In einer Verfügung erlaubte der Kanton unter gewissen Auflagen maximal zehn Schwarzschwäne auf dem See. Ausserdem sollten ihnen die Schwungfedern gestutzt werden. So sollten sich die Schwäne in einem bestimmten Perimeter aufhalten.

Die Auflagen sorgten erneut für Diskussionen mit dem Besitzer, einer bekannten Thuner Persönlichkeit. Dieser übergab die Tiere schliesslich einem Unterstützungsverein, der die Schwäne an einen nicht publik gemachten Ort brachte. (sda)

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