1.-August-Feier : Schwarze SP-Frau hält Rede – Kritik aus Partei
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1.-August-Feier Schwarze SP-Frau hält Rede – Kritik aus Partei

In der SP wird gegen die Parteiangehörige Yvonne Apiyo Braendle-Amolo gewettert: Denn die Schweizerin mit kenianischen Wurzeln hält die 1.-August-Rede.

von
ced
Braendle-Amolo ist nicht nur Politikerin, sondern auch erfolgreiche Regisseurin.

Braendle-Amolo ist nicht nur Politikerin, sondern auch erfolgreiche Regisseurin.

Yvonne Apiyo Braendle-Amolo (39) ist nicht nur als Regisseurin, sondern auch auf dem politischen Parkett auf dem Vormarsch: Sie ist Präsidentin der SP-Sektion Kreisgemeinde Weiningen und kandidiert für den Nationalrat. In der Montagsausgabe des «Migros-Magazins» zierte sie die Titelseite. Aufgrund der zunehmenden öffentlichen Präsenz wurde die Schweizerin mit kenianischen Wurzeln nun von der SP Oberengstringen als 1.-August-Rednerin ausgewählt.

Das scheint nicht allen zu passen: Über ihr Facebook-Profil liess Braendle-Amolo verlauten, dass sie viel negatives Feedback erhalten habe. Laut der «Limmattaler Zeitung» sind viele Kritiker verärgert, eine schwarze Rednerin zu haben. Selbst in den eigenen Reihen brodelt es: Eine der schärfsten Kritikerinnen ist ein älteres SP-Mitglied aus Oberengstringen.

«Warum ausgerechnet eine Schwarze?»

Ob es denn unbedingt eine Schwarze sein müsse, die am Nationalfeiertag spricht – das ist ein Beispiel für die Einwände, die Josef Egger vom Vorstand der SP Oberengstringen zu Ohren gekommen sind. Dass sich einige Personen unwohl fühlen, kann Walter Kunz, Vorstandsmitglied der SP Oberengstringen, nachvollziehen. «Fremdenfeindlichkeit ist in der Schweiz weit verbreitet», sagt er zur «Limmattaler Zeitung». Dass es einer Seniorin unwohl ist mit einer schwarzen 1.-August-Rednerin, ist auch in der SP eine Realität», sagt er. Die SP Oberengstringen sei aber stolz, Braendle-Amolo als Rednerin gewonnen zu haben: «Sie hat viele gute Ideen.»

Wie sie auf Facebook schreibt, fühlt sich auch Braendle-Amolo selbst trotz all der Kritik geehrt, die erste schwarze 1.-August-Rednerin zu sein. Zur «Limmattaler Zeitung» sagt sie: «Ich sehe meine Rede an dieser Feier als wunderbare Gelegenheit, ein anderes Bild von Menschen mit ausländischen Wurzeln zu zeigen. Es wäre schön, wenn man offener gegenüber Schwarzen wäre.»

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