Afrika-Cup: Schwarze Sterne oder Elefanten?
Aktualisiert

Afrika-CupSchwarze Sterne oder Elefanten?

Bühne frei für das farbigste Turnier im Welt-Fussball. Ghana und die Elfenbeinküste sind die Favoriten für den Afrika-Cup 2012 in Guinea und Äquatorialguinea.

von
Sandro Compagno
Griff in den Schminktopf: Ein Fan der Nationalmannschaft Ghanas.

Griff in den Schminktopf: Ein Fan der Nationalmannschaft Ghanas.

Didier Drogba, Kolo und Yaya Touré, Emmanuel Eboué ... Unglaublich, dass diese fast irrwitzige Masse an Talent noch nie Titel gewonnen hat. Der einzige Erfolg der Elfenbeinküste am Afrika-Cup datiert aus dem Jahr 1992, seither haben die «Elefanten» die hohen Erwartungen stets enttäuscht. Für die Generation um Drogba ist das Turnier, das am Samstag in Bata in Äquatorialguinea beginnt, die letzte Chance, das zu ändern. Hält sie dem Druck stand?

Anders ist die Ausgangslage für den zweiten Favoriten. Ghana hat den Afrika-Cup viermal gewonnen. Zwar liegt der letzte Triumph 30 Jahre zurück, doch die «Black Stars» holen auf: 2009 gewann Ghana die U20-Weltmeisterschaft; an der WM 2010 in Südafrika waren die Westafrikaner das beste Team des Kontinents. Nur eine grobe Unsportlichkeit des Uruguayers Suarez (Handspiel auf der Torlinie) verhinderte, dass sich ­erstmals ein afrikanisches Team für einen WM-Halb­final qualifizierte. Ghana kann Afrikas Fussball in den nächsten Jahren dominieren.

Dass im Vorfeld des Turniers nur von zwei Titel-Anwärtern geschrieben wird, hat seinen Grund im Ver­sagen anderer: Nigeria, Kamerun, Seriensieger Ägypten und Südafrika sind in der Qualifikation gescheitert.

Bah: «Ich kann es kaum erwarten»

Thierno Bah (29) bestreitet für sein Vaterland Guinea den Afrika-Cup. 20 Minuten sprach mit dem Lausanne-Verteidiger und früheren Schweizer U21-Internationalen.

Thierno Bah, wie ist der Stand der Dinge wenige Tage vor Turnierbeginn?

Thierno Bah: Wir hatten ein hartes Trainingslager in der ­Elfenbeinküste. Es wurde Wert gelegt auf die Physis und die Aus­dauer. Wir haben gelitten, aber die Stimmung in der Equipe ist ausgezeichnet.

Es wird Ihr erster Afrika-Cup sein. Wir lauten Ihre Ziele?

Ich freue mich sehr über die Chance und kann kaum erwarten, dass es losgeht. Unsere Startelf steht noch nicht fest, wir haben jede Position doppelt besetzt, die Ausgangslage ist also sehr offen.

Was sind die Ziele Guineas?

Natürlich wollen wir versuchen, uns für die Viertelfinals zu qualifizieren. Was die Qualität unserer Mannschaft betrifft, bin ich zuversichtlich. Wichtig werden die ersten beiden Gruppenspiele gegen Mali und Botswana sein. Idealerweise haben wir uns schon vor dem Spiel gegen Ghana qualifiziert.

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