Aktualisiert 04.06.2015 19:00

Angst vor Krawallen

Schwarzer Block ist auf dem Weg zum G7-Gipfel

Sie gehen auf Polizisten los, zünden Autos und Banken an: Vor dem G7-Gipfel werden Radikale aus halb Europa erwartet. Bayern kündet den «größten Polizeieinsatz» der Geschichte an.

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dpa/hal
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2005 zerstörte ein Brand das Schloss Elmau. Mit einem Bild davon und Videos mobilisieren radikale Aktivisten nun für die Proteste gegen den G7-Gipfel. Der Text zum Foto: «G7-Gipfel 2015 auf Elmau? Interessiert uns brennend!»

2005 zerstörte ein Brand das Schloss Elmau. Mit einem Bild davon und Videos mobilisieren radikale Aktivisten nun für die Proteste gegen den G7-Gipfel. Der Text zum Foto: «G7-Gipfel 2015 auf Elmau? Interessiert uns brennend!»

Demonstranten mit Masken der Gipfelteilnehmer Matteo Renzo, Italien; Barack Obama, USA; Stephen Harper, Kanada; Shonzo Abe, Japan; Angela Merkel, Deutschland; François Hollande, Frankreich und David Cameron, Grossbritannien (v.l.n.r.) an einer Kundgebung am 4. Juni in München.

Demonstranten mit Masken der Gipfelteilnehmer Matteo Renzo, Italien; Barack Obama, USA; Stephen Harper, Kanada; Shonzo Abe, Japan; Angela Merkel, Deutschland; François Hollande, Frankreich und David Cameron, Grossbritannien (v.l.n.r.) an einer Kundgebung am 4. Juni in München.

AP/Matthias Schrader
Demonstration in München gegen den G7-Gipfel. (4. Juni 2015)

Demonstration in München gegen den G7-Gipfel. (4. Juni 2015)

Christof Stache

Sie wohnen in Deutschland, Italien oder Tschechien. Doch am 7. und 8. Juni ist Schloss Elmau ihr Treffpunkt: In Videos und Texten auf einschlägigen Webseiten rufen linksradikale Kreise dazu auf, zum G7-Gipfel nach Deutschland zu reisen. Ein altes Foto auf eine der Seiten zeigt das Schloss, aus dem eine dicke Rauchwolke quillt.

«Der Mobilisierungsgrad nimmt eindeutig zu», sagt Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Planungsstabs G7 bei der bayerischen Polizei. Die Angst ist groß, dass radikale Aktivisten aus Europa anreisen und Gewalt suchen. 19.000 Polizisten stehen deshalb im Einsatz – 17.000 in Deutschland, 2100 im benachbarten Tirol. «Das wird der größte Polizeieinsatz der bayerischen Geschichte», so Herrmann.

Helme und Baseballschläger

Besonders die italienischen Krawall-Touristen machen der Polizei Sorgen: Der «black bloc» gilt als gewalttätig, bestens organisiert und gut trainiert. Sie operieren in kleinen Gruppen, tragen Schutzhandschuhe, Helme, Stöcke und Baseballschläger.

Zuletzt hat er am 1. Mai Teile der Mailänder Innenstadt verwüstet und war im März auch an den Ausschreitungen rund um die Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes in Frankfurt beteiligt. Unvergessen sind auch die blutigen Proteste 2001 gegen den G8-Gipfel in Genua.

Seit letzter Woche wird deshalb an der Grenze zu Tirol verstärkt kontrolliert. Das Ziel: Die italienischen Gewalttäter an der Einreise zu hindern. So sollen die Autonomen schon vor dem Eintreffen in Garmisch-Partenkirchen abgefangen werden.

Die meisten G7-Gegner wollen aber friedlich bleiben. Hier bauen sie für ihr Camp Zelte auf:

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