«Schwarzer Montag» für Frankreichs Raucher
Aktualisiert

«Schwarzer Montag» für Frankreichs Raucher

Die zweite Tabaksteuererhöhung in diesem Jahr trat heute in Frankreich in Kraft. Sie liess den Preis für eine Schachtel Filterzigaretten um rund 20 Prozent auf 4,60 Euro steigen.

Tausende Tabakhändler machten aus Protest ihren Laden zu. Gesundheitsminister Jean-François Mattei verteidigte die Steuererhöhungen als wirksames Mittel im Kampf gegen den Krebs. Eine für Januar nächsten Jahres geplante Anhebung um weitere 20 Prozent werde aber möglicherweise verschoben.

Die landesweit 33.000 Tabakhändler sammelten nach eigenen Angaben 4,3 Millionen Protest-Unterschriften. Ein Hilfsprogramm der rechtsliberalen Regierung von Premierminister Jean-Pierre Raffarin in Höhe von 130 Millionen Euro lehnen sie als unzureichend ab. Sie argumentieren, die Preiserhöhungen förderten vor allem den Schwarzhandel.

Vor neuen Steuererhöhungen will die Regierung zunächst einmal die Auswirkungen der jetzigen abwarten. Sollten die Preise um weitere 20 Prozent anziehen, wäre das einstige Raucherparadies Frankreich mit etwa 5,50 Euro pro Schachtel europaweit eines der teuersten Länder. Spitzenreiter ist Grossbritannien (durchschnittlich 6,70 Euro).

Staatspräsident Jacques Chirac hat den «Krieg gegen den Krebs» zu einem Schwerpunkt seiner zweiten Amtszeit gemacht.

(dapd)

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