Aktualisiert 27.03.2013 02:20

Krieg in Syrien

Schwede soll Chemie-Attacken untersuchen

Die Uno möchte den Wissenschaftler Åke Sellström nach Syrien schicken: Er soll dort prüfen, wer im Bürgerkrieg wo Chemiewaffen eingesetzt hat. Nur gibt es für die Mission bisher kein Mandat.

von
hhs
Ärzte helfen helfen am 19. März Verwundeten in Aleppo. Die Regierung beschuldigte die Rebellen, sie hätten mit Chemiewaffen angegriffen und dabei 15 Menschen getötet. Die Assad-Gegner weisen die Vorwürfe zurück - die Uno will nun Licht ins Dunkel bringen.

Ärzte helfen helfen am 19. März Verwundeten in Aleppo. Die Regierung beschuldigte die Rebellen, sie hätten mit Chemiewaffen angegriffen und dabei 15 Menschen getötet. Die Assad-Gegner weisen die Vorwürfe zurück - die Uno will nun Licht ins Dunkel bringen.

Åke Sellström, der bereits in den 1990er Jahren an der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak beteiligt gewesen war, solle Chef einer entsprechenden Expertengruppe werden. Das teilte der Sprecher von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, Martin Nesirky, am Dienstag in New York mit.

Unter Sellströms Leitung sollen Experten zunächst einen Vorfall vor einigen Tagen nahe der syrischen Stadt Aleppo untersuchen. Rebellen und Regierung werfen sich gegenseitig den Einsatz von Chemiewaffen dort vor. Der Uno zufolge geht es zunächst nur darum festzustellen, ob dies wirklich geschehen ist.

«Eine rein technische Untersuchung»

Nesirky betonte, dass es nicht Aufgabe der Experten sein solle, eine der am Bürgerkrieg beteiligten Seiten des Einsatzes von Chemiewaffen zu beschuldigen. «Es geht um eine technische Untersuchung, nicht um eine Kriminalermittlung», teilte er mit.

Wann die Mission ihre Arbeit aufnehmen könnte, blieb zunächst unklar: Es gibt bisher kein offizielles Mandat der Vereinten Nationen. Die syrische Führung hatte zuerst um eine Untersuchung ihrer Vorwürfe gegen die Rebellen gebeten. Später forderten Frankreich und Grossbritannien, sämtliche Anschuldigungen zu untersuchen.

Nach Angaben von Uno-Diplomaten sollen an der Mission keine Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats teilnehmen. Während die USA, Frankreich und Grossbritannien den Rücktritt Assads fordern, stärken ihm Russland und China den Rücken. (hhs/sda)

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