Aktualisiert 25.05.2015 10:44

Eurovision Song Contest

Schweden gewinnt den ESC 2015

Mit «Heroes» hat Måns Zelmerlöw den Eurovision Song Contest 2016 nach Schweden geholt. Die Baslerin Debrah Scarlett erreichte mit Mørland für Norwegen Platz 8.

von
Julia Panknin
1 / 26
Platz 1: Der Song-Contest-Teilnehmer für Schweden, Mans Zelmerlöw, holte sich den Sieg.

Platz 1: Der Song-Contest-Teilnehmer für Schweden, Mans Zelmerlöw, holte sich den Sieg.

Keystone/Georg Hochmuth
Platz 2: Polina Gagarina, die als die schönste Teilnehmerin gaöt, stoeg mit 62 Punkten Rückstand auf Schweden für Russland aufs Podest.

Platz 2: Polina Gagarina, die als die schönste Teilnehmerin gaöt, stoeg mit 62 Punkten Rückstand auf Schweden für Russland aufs Podest.

Georg Hochmuth
Platz 3:  Die Italiener Gianluca Ginoble, Ignazio Boschetto und Piero Barone von Il Volo.

Platz 3: Die Italiener Gianluca Ginoble, Ignazio Boschetto und Piero Barone von Il Volo.

Helmut Fohringer

Mit der Pop-Hymne «Heroes» und satten 365 Punkten gewann der Sänger Måns Zelmerlöw für Schweden den diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien. Damit siegte das skandinavische Land zum sechsten Mal bei dem traditionsreichen Musikwettbewerb, der seit 1956 durchgeführt wird.

Der ESC wird somit 2016 wahrscheinlich in Stockholm über die Bühne gehen, wenn sich das Siegerland denn für seine Hauptstadt als Austragungsort entscheiden sollte. Auf den zweiten Platz kam Russlands Vertreterin Polina Gagarina (303 Punkte) vor dem Italien-Trio Il Volo (292) auf Platz drei.

Die Schweizer Kandidatin Mélanie René, die mit ihrem selbstgeschriebenen Song «Time to Shine» zwar eine solide Leistung ablieferte, schied im zweiten Halbfinal am Donnerstag aus. Wie die ESC-Organisatoren am Sonntag bekannt gaben, verbuchte die 24-jährige Genferin nur gerade 4 Punkte und belegte damit hinter Island mit 14 Punkten und San Marino mit 11 Punkten den letzten Platz.

Final nicht ganz ohne die Schweiz

Norwegen, das vom Duo Mørland & Debrah Scarlett im Final vertreten wurde, kam auf Platz 8. Scarlett, die eigentlich Joanna Deborah Bussinger heisst, hat einen Schweizer Vater und eine norwegische Mutter; sie wuchs – abgesehen von wenigen Jahren in Norwegen – in der Schweiz auf. Für Norwegen entdeckt wurde sie vom Sänger Mørland, nachdem sie auf Veranlassung ihrer Mutter bei der Castingshow «The Voice of Norway» mitgemacht hatte.

Deutschland holte in Wien null Punkte und teilte sich mit Gastgeber Österreich den letzten Platz. 27 Teilnehmer – so viele wie noch nie – konkurrierten beim grossen Finale in der Wiener Stadthalle um den Sieg. Erstmals war auch Australien als Ehrengast eingeladen. Mit dem Sieg ist kein Geld, sondern nur eine Trophäe verbunden – ausserdem die ESC-Austragung im Folgejahr.

Beim ESC 2014 hatte die bärtige Dragqueen Conchita Wurst mit der pompösen Popballade «Rise Like a Phoenix gewonnen, 2013 die Dänin Emmelie de Forest («Teardrops»).

Frankreich schmollt

Das ESC-Finale lieferte die erwartete Show mit vielen spektakulären Auftritten. Vor allem Gewinner Zelmerlöw setzte mit seinem Auftritt und dem Lied «Heroes» Massstäbe, besonders mit spektakulären visuellen Effekten. Er wurde auf der Bühne von animierten Strichmännchen begleitet und tanzte perfekt darauf abgestimmt.

Rund hundert Fans begrüssten Zelmerlöw am Sonntagnachmittag bei seiner Rückkehr nach Stockholm mit frenetischem Jubel. «Er ist mein grosses Idol, der perfekte Schwiegersohn», sagte eine Frau dem Fernsehsender SVT am Flughafen der Hauptstadt.

Während Schweden jubelt, leckt neben Deutschland und Österreich auch Frankreich seine Wunden: Dort löste das enttäuschende Abschneiden von Lisa Angell, die mit ihrem Chanson «N'oubliez pas» («Vergesst nicht») an den Ersten Weltkrieg erinnerte, auch grundsätzliche Kritik am ESC aus.

Die Kandidatin selbst erlebte ihren 25. Platz als «Ungerechtigkeit». Ihr Produzent Jean-Claude Camus forderte sogar, dass Frankreich eine Zeitlang nicht mehr an dem Wettbewerb teilnehmen solle. Er machte es den anderen Teilnehmern zum Vorwurf, nicht in ihrer Landessprache zu singen. Frankreich landete in den vergangenen Jahren häufig auf den hinteren Plätzen, seinen letzten Eurovisions-Sieg fuhr das Land 1977 ein.

Sogar China übertrug die Musikshow

Auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat, wurde für Australien die erste Teilnahme an einem ESC-Finale zum vollen Erfolg. Der Sänger Guy Sebastian kam mit 196 Punkten hinter dem viertplatzierten Belgien auf Platz fünf. Australien hatte zum 60. ESC über eine Wildcard Startrecht bekommen, weil im Land der Wettbewerb seit Jahrzehnten mit grosser Leidenschaft verfolgt wird.

Der ESC gilt als der am meisten beachtete Musikwettbewerb der Welt. Laut dem europäischen Fernsehverbund sahen wohl weltweit wieder 195 Millionen Menschen zu. Erstmals übertrug auch China die Show live.

Den Ticker zum Finale finden Sie hier:

Fehler gefunden?Jetzt melden.