Aktualisiert 05.09.2006 04:19

Schweden: Hacker auf Partei-Computer angesetzt

In Schweden hat die bürgerliche Opposition das Intranet der Sozialdemokraten angezapft. Bei der Aktion wurden geheime Wahlkampfunterlagen der Regierungspartei gestohlen.

Der Chef der liberalen Volkspartei, Lars Leijonborg, bestätigte die Wahlkampfspionage im Radio. Der Pressechef des Partei- Jugendverbandes LUF habe die Hackeraktivitäten zugegeben. Der 24- jährige LUF-Sekretär wurde noch am Montag entlassen.

Die Sozialdemokraten hatten die Einbrüche in ihr Computersystem selbst bemerkt und bei der Polizei angezeigt. Sie hatten 78 Fälle von Dateneinbrüchen in ihr Netz entdeckt. Darauf führte die Polizei im Sekretariat der Volkspartei eine Hausdurchsuchung durch.

Nach unbestätigten Medienberichten sollen mehrere Personen aktiv als Hacker beteiligt gewesen sein, um an Strategiepapiere für den Wahlkampf heranzukommen.

Leijonborg bezeichnete den Vorfall als «Tiefpunkt» und erklärte, er wolle sich persönlich beim sozialdemokratischen Parteichef und Ministerpräsident Göran Persson entschuldigen.

Der Skandal ist der zweite Fall von Wahlkampfspionage innerhalb kurzer Zeit. Vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass ein Parlamentskandidat der Christdemokraten versucht hatte, sich als Wahlhelfer bei der sozialdemokratischen Jugendorganisation SSU einzuschleichen.

Rund zwei Wochen vor der Reichstagswahl am 17. September liegt das konservative Lager - eine Vier-Parteien-Allianz - in den meisten Umfragen vor der Partei Perssons und dessen Stützparteien (Grüne und Linkspartei). (sda)

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