Aktualisiert 13.02.2009 14:11

«Wir sind sehr besorgt»Schweden wirft Frankreich Protektionismus vor

Nach Tschechien hat auch Schweden die französischen Beihilfen für die Autoindustrie als protektionistisch kritisiert.

Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt sagte am Montagabend in Brüssel zu entsprechenden Fragen von Journalisten: «Wir sind sehr besorgt über verschiedene Beihilfen. Wir glauben, dass sie zu verstärktem Protektionismus führen könnten.» Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso betonte: «Es ist wichtig, Protektionismus zu vermeiden, auch innerhalb Europas.»

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte am Montag angekündigt, die angeschlagenen heimischen Autokonzerne Renault und Peugeot/Citroën mit Darlehen in Höhe von sechs Milliarden Euro zu unterstützen. Im Gegenzug hätten die Autobauer Standortgarantien abgegeben: Sie seien «die sehr wichtige Verpflichtung eingegangen, keine einzige Fabrik zu schliessen und alles zu tun, um Entlassungen zu verhindern», erklärte Sarkozy.

In den vergangenen Tagen hatte der französische Präsident wiederholt gefordert, im Gegenzug für Staatshilfe dürften die Autobauer ihre Produktion nicht mehr nach Osteuropa verlagern. Dies löste in Tschechien Empörung aus und veranlasste am Montag den tschechischen Regierungschef und amtierenden Ratspräsidenten Mirek Topolanek, für Ende Februar einen EU-Sondergipfel einzuberufen. (dapd)

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