Traumtor von Bachmann: Nach grossem Kampf – Nati verliert knapp gegen Turnier-Favorit Schweden

Traumtor von BachmannNach grossem Kampf – Nati verliert knapp gegen Turnier-Favorit Schweden

Im zweiten EM-Spiel zeigt die Schweizer Frauen-Nati eine starke Leistung, verliert gegen Schweden aber knapp mit 1:2 und muss nun ums Weiterkommen zittern.

von
Florian Gnägi
Nils Hänggi
Schweden
2 : 1
Schweiz

Einen Sieg gegen Schweden, die Weltnummer 2, war für Nati-Coach Nielsen vor der Partie sehr unwahrscheinlich. Er meinte: «Vor dem Virus hatte Schweden eine Sieg-Chance von etwa neunzig Prozent. Jetzt ist es wohl ein bisschen mehr als das.» Der 50-Jährige sprach damit den Magen-Darm-Alarm im Nati-Camp an, der acht Spielerinnen lahmlegte und dafür sorgte, dass die Vorbereitung auf die Schweden-Partie zum Desaster wurde. Dabei wäre genau die so wichtig gewesen nach der Portugal-Enttäuschung zum Auftakt (2:2). 

Doch die Nati machte das Beste draus. Nielsen äusserte sich nach seiner Hilflosigkeit am Samstag sehr selbstkritisch und die Spielerinnen gaben an, dass man alles für eine Sensation machen würde gegen das Land, das in den letzten zwei Jahren nur einmal verlor. Es war letztes Jahr im Olympia-Final gegen Kanada. Und ja, die Schweizerinnen schafften beinahe die Sensation. Gegen die Schwedinnen verlor die Nati knapp mit 1:2. Doch von Anfang an. 

Bachmann trifft wunderschön

Die Partie begann ruhig. Nach neun Minuten jubelten gar schon viele Schweizerinnen, da die Schiedsrichterin auf Penalty für die Nati entschied. Doch die Freude währte nur kurz, der VAR nahm den Entscheid zurück. Das Einsteigen einer Schwedin an Maritz war am Ende zu wenig hart. Danach erhöhten die Schwedinnen immer mehr den Druck. Doch das Nielsen-Team hielt dagegen – und machte die Schotten dicht. Bachmann hatte nach rund 30 Minuten gar die Chance auf das 1:0

In der zweiten Hälfte war es dann aber Schweden, das in der 53. die Nati schockte. Rolfö ging auf der linken Angriffsseite vergessen, zog alleine auf Thalmann los und traf. Die Schweiz schaffte es jedoch prompt zu reagieren. Nach einem missglückten Angriff kam Bachmann an den Ball. Der PSG-Star schlenzte den Ball haargenau in die rechte Ecke. Ein Traumtor! Die Schweiz schnupperte am Sieg. Doch dann der Hammer: Die gefeierte Tor-Heldin musste runter, Humm ersetzte die verletzte Bachmann.

Remis-Chancen bis zum Ende der Partie

Bennison schoss in der Folge das 1:2 aus Schweizer Sicht. Wie bitter für die Nati! Und es wurde noch bitterer. Denn: Torhüterin Thalmann verletzte sich, musste jedoch wegen einer Wechsel-Panne weiterspielen. Die Schweizer hatten keine Wechselfenster mehr zur Verfügung. Immerhin durften sie sich noch zweimal freuen. Wegen Abseits wurden zwei Schweden-Treffer aberkannt, die Schweizerinnen hatten so bis zum Ende die Chance auf das 2:2. Das fiel jedoch nicht mehr. 

Die Leistung gegen die Weltnummer 2 war dennoch beeindruckend. So beachtlich, wie sich wohl die optimistischsten Fans es sich nicht haben vorstellen können: Nach dem verpatzten EM-Auftakt gegen Portugal, nach dem Magen-Darm-Alarm. Nach der Pleite bangt die Schweiz nun ums Weiterkommen – die Chance besteht aber noch vor der abschliessenden Partie am Sonntag gegen die Niederlande, wenn die Nati gegen Oranje gewinnt.

Die Stimmen zum Spiel findest du unten im Ticker.

Deine Meinung

Das sagt Ramona Bachmann:

«Es ist schade, dass wir das 1:1 nicht über die Zeit bringen, das müssen wir besser machen. Schwer verletzt bin ich nicht, ich hatte nur einen Krampf. Dass wir nachgelassen haben, liegt sicherlich auch daran, dass wir nicht die beste Vorbereitung hatten. Gegen die Niederlande haben wir eine Chance, wir müssen einfach drei Punkte holen.» (SRF)

Das sagt Nils Nielsen:

«Wir haben versucht All in zu gehen. Wenn Ramona Bachmann das erste Tor gemacht hätte, dann wäre es vielleicht anders gekommen.»

«Ich bin auch stolz, aber auch sehr sehr enttäuscht.»

«Wir haben alles gegeben auf dem Platz und wir konnten nicht mehr machen heute.»

«Wir haben noch keinen Sieg und wir haben nur noch eine Chance. Nun müssen wir alles geben. Wir können mitspielen und das wissen wir. Es ist scheisse, dass wir heute verloren haben.» (SRF)

Das sagt Lia Wälti:

«Ich bin stolz auf das Team. Was wir in den letzten Tage durchmachten und heute ablieferten hat Respekt verdient. Wir haben alles auf den Platz gebracht, was möglich war und haben gegen eines der stärksten Teams der Welt mitgehalten. Ich bin stolz und froh, dass bis zum letzten Spieltag alles drin ist.»

«Wir haben zusammengehalten und das beste aus der Situation gemacht. Die gesunden Spielerinnen versuchten sich optimal vorbereiten. So gut es ging. Wir haben alles gegeben, um das beste aus der Situation zu machen.» (SRF)

Das sagt Luana Bühler:

«Zu einem gewissen Stück können wir heute stolz sein auf unsere Leistung. Ich glaube heute haben wir gesehen, dass jede Spielerin alles rausgehauen hat für das Team. Das können wir aus diesem Spiel sicher mitnehmen. Auch wenn die Enttäuschung nun noch etwas überwiegt.»

«Die Energie ist immer eine Frage. Jedoch konnten wir das Tempo relativ gut über das ganze Spiel mitgehen. Nur die Reaktion am Ende blieb leider aus. Aber natürlich auch, weil wir gegen Gegnerinnen mit sehr hoher Qualität gespielt haben.»

«Für uns ist noch alles drin. Wir wissen, dass wir im letzten Spiel nochmal alles rausholen können und alles machbar ist. Das ist auf jeden Fall unser Ziel und mit dieser positiven Energie gehen wir weiter.» (SRF)

Die Partie in Sheffield ist zu Ende. Trotz starker Leistung gegen das Topteam aus Schweden zieht die Schweiz knapp den Kürzeren.

Schweiz 1:2 (0:0) Schweden

94'

Schwedischer Treffer aberkannt

Auch dieser Treffer der Schwedinnen zählt nicht. Wieder Abseits. Nun gehen die Schweizerinnen volles Risiko und werfen alles nach vorne. Das ist das einzig Richtige.

93'

Chum bringed en Punkt hei

90'

Sechs Minuten Nachspielzeit

Lange Nachspielzeit für gebeutelte Schweizerinnen. Sie scheinen nun doch etwas platt. Gelingt ihnen noch der Ausgleich? Zuerst aber klärt Luana Bühler in letzter Sekunde vor einer Schwedin. Tolles Spiel von Bühler. Sie kam für Kiwic in die Startelf. Möglicherweise ist sie auch eine gute Option für das Spiel gegen Holland.

88'

Tor für Schweden aberkannt

Abseits von Blomqvist. Die Hoffnung auf ein Unentschieden lebt. Hopp Schwiz!

88'

Schiri lässt sehr viel laufen

83'

Wälti fällt im Strafraum

Die Schweizer Captain wird gefällt. Das Foul war jedoch ausserhalb des Sechzehner. Am Ende gibt es aber weder Penalty noch Freistoss. Letzteres hätte man schon geben dürfen.

81'

Muss nun eine Feldspielerin ins Tor?

Gael Thalmann sitzt am Boden. Doch die Schweiz darf nicht mehr wechseln, weil sie schon alle drei Wechselfenster benutzt hat. Nun muss Thalmann durchbeissen, sonst muss eine Feldspielerin ins Tor. Was für eine Wechselpanne der Schweiz!

79'

2 : 1

TOR für Schweden! Das tut weh. Bennison drischt denn Ball von der Strafraumgrenze in die Maschen. Erstes Tor für die 19-Jährige Schwedin. Schade Schade!

Schweizer Motto:

74'

Top-Chance für Sow

Coumba Sow kam hier beinahe zum Treffer. Ein Corner wird zu ihr verlängert und die Cousine von Djibril Sow köpft denn Ball an eine Schwedische Spielerin auf der Linie. Das war knapp. Zuvor prüfte Anna Maria Crnogorcevic Lindahl mit einem flachen Distanzschuss.

72'

Ramona Bachmann muss verletzt raus. Für sie kommt FCZ-Stürmerin Fabienne Humm ins Team. Wir hoffen, dass da nichts Gravierendes passiert ist. Das Schweizer Wechselkontingent ist damit erschöpft. Gael Thalmann greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Wade. Nun müssen die Schweizerinnen auf die Zähne beissen.

Hier nochmals das Bachmann-Tor zum Geniessen

Mit diesem Traumtor schiesst Bachmann das 1:1

Ramona Bachmann zeigt gegen Schweden ihre ganze Klasse und erzielt mit einem herrlichen Treffer den Ausgleich. (Video: SRF)

70'

Riesenchance für Schweden

Zuerst rettet Calligaris auf der Linie, danach könnten die Schwedinnen den Ball ins Tor schieben, doch Rinast hat etwas dagegen und schiebt den Ball in extremis ins Out. Bei der Aktion hat sich Gael Thalmann verletzt. Da wurde sie von Mitspielerin Luana Bühler getroffen. Für sie geht es aber zum Glück weiter.

67'

Doppelwechsel bei Schweden: Juve-Spielerin Lina Hurtig verlässt den Platz. Für sie kommt Kaneryd. Zudem kommt Bennison für Angeldahl.

64'

Das ging fix!

97 Sekunden hat die Schweiz für eine Reaktion auf den Gegentreffer gebraucht. Nun sind wieder die Schwedinnen am Zug. Sie machen Druck. Bis jetzt hält das Schweizer Bollwerk.

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