Fussballlfans von «AIK Solna» stürmen Einkaufszentrum in Schweden
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Wegen Corona-RegelnSchwedische Fussballfans stürmen aus Protest ein Einkaufszentrum

In Schweden haben Fans von AIK Solna ein Einkaufszentrum übernommen. Damit wollen sie auf die für sie unverhältnissmässigen Corona-Massnahmen aufmerksam machen.

von
Sven Forster

Darum gehts

  • In die Fussballstadien in Schweden dürfen nur acht Zuschauer.

  • Einkaufszentren, Restaurants und Tierparks sind aber voll.

  • Nun haben die Fans ein Einkaufszentrum zur Fankurve umfunktioniert.

In der Schweiz dürfen derzeit 100 Personen ein Fussballspiel besuchen. In Schweden sind es aktuell nur acht Personen, die ihr Team anfeuern dürfen. Für die Fussballfans besonders bitter: An vielen anderen Orten gibt es kaum Personengrenzen. Mit einem eigenwilligen Protest wollten die Fans nun auf diese für sie unverständliche Regel aufmerksam machen.

Anhänger des Stockholmer Vereins AIK Solna stürmten ein geöffnetes Einkaufszentrum und bildeten eine Fankurve. Wie Videos in den Sozialen Medien zeigen, versammelten sich mehrere hundert Fans und schwenkten ihre Flaggen. Auf ihren Spruchbändern heisst es, dass der Fussball mehr als acht Personen verdiene und sie fordern ein Ende der «absurden Restriktionen».

Stadien zählen zum öffentlichen Raum

Wie kommt es, dass Einkaufszentren, Tierparks und Restaurants überfüllt sind, in Stadien wie der Friends Arena, die 50’000 Zuschauer fasst, aber nur acht Leute rein dürfen? Wie das Magazin «11 Freunde» schreibt, dürfen sich in Schweden im öffentlichen Raum nur acht Personen treffen. Zum öffentlichen Raum zählen dort auch die Stadien. Mats Enquist, Gene­ral­se­kretär des schwe­di­schen Pro­fi­fuss­ball­ver­bandes, sagt: «Wir haben das Gefühl, dass wir nicht als der grosse Betrieb gesehen werden, der wir tat­säch­lich sind.»

Schweden gehört derzeit zu den Ländern in Europa mit den meisten Corona-Infektionen. Insgesamt zählt das Land fast eine Million Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie.

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