Aktualisiert 14.01.2019 19:02

Schweizer starben bei Unfall

Schwedische Todeskurve ist glatt, eng und dunkel

Selbst Schweden schlucken leer, wenn sie die Strassen befahren müssen, wo am Samstag sechs Schweizer ihr Leben liessen. Einwohner fordern Massnahmen von den Behörden.

von
cho

So gefährlich ist die Unfallstrecke, auf der sechs Schweizer ihr Leben liessen. (Video: SVT Nyheter)

90 km/h beträgt das Tempolimit auf der Strasse ausserhalb Masugnsbyn. Sieben Schweizer verunfallten hier am Samstagmorgen mit ihrem Minibus schwer. Sechs der jungen Männer überlebten das Unglück nicht. Ein Video des schwedischen Staatsfernsehens SVT zeigt, wie gefährlich die Strecke ist.

Selbstversuch abgebrochen

Links und rechts türmen sich hohe Schneeberge, immer wieder kommen den Fahrern schwere LKWs oder Räumungsfahrzeuge entgegen, Strassenlaternen sind ebenfalls keine vorhanden. «Unser Reporter versuchte heute die Kurve mit der erlaubten Maximalgeschwindigkeit von 90 km/h zu fahren. Er musste den Versuch jedoch abbrechen. Die Strasse war zu glatt und zu gefährlich», so Magnus Nildén vom SVT. Auf dem Abschnitt sei der Reporter auch einem Auto begegnet, das von der Strasse abgekommen war.

Selbst Schweden bekunden Mühe mit der Strasse. Einwohner sprechen seit langem von der «Todeskurve». «Hier kennt jeder diese Kurve und fährt sie mit 60 bis 70 Stundenkilometern», sagt ein Bewohner gegenüber dem SVT. Touristen hingegen würden oft versuchen mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit die Kurve zu fahren. Sie fordern nun von den Behörden, den Strassenabschnitt zu entschärfen.

Diese wollen offenbar reagieren. Wie SVT berichtet, hat die schwedische Transportbehörde bekannt gegeben, dass sie die Geschwindigkeitslimite in der besagten Kurve überprüfen will. Ebenfalls seien bauliche Anpassungen geplant. Konkret soll die Strasse verbreitert und verstärkt werden. Auch von einer Umfahrungsstrasse ist die Rede. Die baulichen Massnahmen würden jedoch frühestens 2020 in Angriff genommen werden.

Nordlicht-Reise mit tragischem Ende

Die junge Männgergruppe aus der Schweiz verbrachte über Neujahr einige Tage in Skandinavien, wo sie unter anderem Nordlichter beobachteten. Auf den Nachhauseweg kollidierte der Minibus der sieben Männer frontal mit einem LKW. Sechs Gruppenmitglieder überlebten den Unfall nicht. Die Opfer waren im Schnitt 25 Jahre alt. Mit Ausnahme einer Person stammen alle aus Adelboden. Auch der Überlebende stammt aus dem Ort im Berner Oberland. Laut seinem Vater erinnert sich der Sohn an nichts – er erwachte im Rettungshelikopter.

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