Schweinefarmer zerhackte mindestens 26 Frauen
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Schweinefarmer zerhackte mindestens 26 Frauen

Robert William Pickton erfüllt wie gewöhnlich nicht die Klischees eines Serienmörders: Der 57-Jährige war bekannt als gutmütiger, humorvoller Kerl - und als harter Arbeiter, der nie eine Tropfen Alkohol anrührte.

Auf seiner Schweinefarm in Port Coquitlam bei Vancouver veranstaltete er mit seinem Bruder Dave in einem ungebauten Stall namens «Piggy's Place» rauschende Partys, zu denen auch Lokalpolitiker, Musiker und Journalisten kamen. Was keiner wusste: Sie tanzten auf Gräbern Dutzender ermordeter Frauen.

Pickton soll mindestens 26 Frauen umgebracht haben, meist Prostituierte und Drogenabhängige aus Vancouvers Schmuddelviertel Downtown Eastside. Dem spektakulärsten Serienmörder der kanadischen Justizgeschichte wird seit heute zunächst für sechs der Opfer der Prozess gemacht.

Die Leichen soll Pickton in einer Häckselmaschine zerkleinert und den Schweinen zum Frass vorgeworfen haben, manche hat er auch auf seiner Farm verscharrt.

Knochensplitter und Fingerkuppen

Wie viele es sind, weiss noch niemand genau. Beim Umgraben von mehreren Tausend Kubikmetern Erde rund um die Pickton-Farm wurden immer wieder Knochensplitter, ein Haarbüschel oder eine Fingerkuppe gefunden.

Die DNA von mindestens 30 Frauen haben die Forensik-Experten und Pathologen bereits ermittelt. Die Polizei will ihn mit dem Verschwinden von über 60 Prostituierten in Vancouver und Umgebung in Verbindung bringen.

Zufälliger Fund

Fast 20 Jahre lang konnte Pickton ungestört sein grausames Handwerk verrichten. Dass er im Februar 2002 festgenommen wurde, war nur einer anonymen Anzeige zu verdanken, wonach es auf der Pickton-Farm eine unlizenzierte Waffe gebe. Bei einer Durchsuchung fanden Polizisten Papiere von mehreren der vermissten Frauen.

Die meisten Opfer lebten am Rande der Gesellschaft. Angehörige der verschwundenen Frauen werfen den Behörden deshalb vor, die Ermittlungen jahrelang verschleppt zu haben. Selbst als sich die Vermisstenanzeigen häuften, sei nur eine Hand voll Kriminalisten für den Fall abgestellt worden.

Was genau mit den Opfern geschah und was sie wohl durchlitten, lässt die Staatsanwaltschaft bisher weitgehend im Dunkeln. Weil die Ausbreitung solcher Einzelheiten in den Medien den Druck auf die Geschworenen-Jury noch erhöhen könnte, verlangte Picktons Anwalt Peter Ritchie, alle Reporter von dem Prozess auszuschliessen.

(sda)

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