22.10.2020 13:34

LuzernSchweinehochburg der Schweiz rüstet sich gegen Schweinepest-Seuche

Die Afrikanische Schweinepest rückt von Osten her näher und droht sich auch bei Tieren in der Schweiz auszubreiten. Bei einer Übung wurde nun im Kanton Luzern der Ernstfall geprobt. Die Massnahmen hätten sich bewährt, wie es in einer Mitteilung heisst.

von
Nadine Wechsler

Vor einigen Wochen ist in Deutschland die Afrikanische Schweinepest ASP ausgebrochen. In der Schweiz sind noch keine Fälle bekannt. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit BLV und der Schweizer Schweinezuchtverband schätzen die Gefahr aber als gross ein. Der Schweizer Schweinezuchtverband fordert die Konsumenten auf, auf Fleischimporte aus den betroffenen ASP Regionen zu verzichten.
(Video: Thomas Sennhauser)

Darum gehts

  • Die Afrikanische Schweinepest droht sich immer weiter auszubreiten.

  • Unter der Führung des Veterinärdienstes wurde nun der Ernstfall in Luzern geprobt.

  • Kantonstierarzt Martin Bruegger ist zufrieden mit der Übung, der Kanton Luzern sei bestens vorbereitet.

Weit über 400’000 Schweine leben im Kanton Luzern: Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest könnte hier gravierende Folgen haben. Und die Gefahr ist real: «Die Afrikanische Schweinepest rückt von Osten her näher und ist mittlerweile in der Wildschweinpopulation in Deutschland angelangt. Die Tierseuche kann aber vor allem auch durch Menschen und Geräte verschleppt werden und deshalb in kurzer Zeit grosse Distanzen überwinden», teilte der Kanton Luzern am Donnerstag mit.

Im als schweinereichsten Kanton der Schweiz bereitet man sich darum vor: Bei einer Übung im einem Wald bei Neuenkirch wurde der Ernstfall geprobt. Teilgenommen haben unter der Führung des Veterinärdienstes, der Zivilschutz mit beiden Tierseuchenzügen sowie die Luzerner Polizei. Auch die Abteilung Natur/Jagd/Fischerei und Wald der Dienststelle Landwirtschaft war vor Ort.

Die Ausgangslage der Übung war ein fiktiver Fall der Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein in der Übungsanlage in Neuenkirch. Die Anlage wurde laut Mitteilung zu einem Sperrgebiet erklärt und die Suchteams hatten die Aufgabe, weitere Wildschweinkadaver aufzuspüren, zu bergen und näher zu untersuchen.

Wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Luzern heisst, konnten «trotz der je nach Gelände sehr anspruchsvollen Suche» alle ausgelegten Attrappen-Kadaver gefunden werden. Unter Einhaltung der notwendigen Reinigungs- und Desinfektionsmassnahmen konnte die Bergung und der Abtransport durchgeführt werden.

Positive Bilanz

Die vorgesehenen Abläufe und Transportgeräte sowohl für die Suche als auch für die Bergung von Kadavern hätten sich grundsätzlich bewährt. Kantonstierarzt Martin Bruegger zieht ein positives Fazit: «Der Kanton Luzern ist bestens auf den Ernstfall vorbereitet. Dennoch bleibt zu hoffen, dass dieser nie eintreten wird.»

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Ernstfallübung in Luzern: Ein Teilnehmer birgt Wildschweinkadaver (Atrappe) mit Wildtierschlitten.

Ernstfallübung in Luzern: Ein Teilnehmer birgt Wildschweinkadaver (Atrappe) mit Wildtierschlitten.

Kanton Luzern
Teilnehmende suchen nach Wildschweinkadavern (Attrappen).

Teilnehmende suchen nach Wildschweinkadavern (Attrappen).

Kanton Luzern
Teilnehmende markieren einen Fundort.

Teilnehmende markieren einen Fundort.

Kanton Luzern

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt von Osten her näher und ist mittlerweile in der Wildschweinpopulation in Deutschland angelangt, wie der Kanton Luzern mitteilt. Die Tierseuche könne in kurzer Zeit grosse Distanzen zurücklegen, da die Übertragung ausser durch die Tiere, auch durch den Menschen und Geräte verschleppt werden könne. Laut dem Kantonstierarzt Martin Bruegger sei es wichtig, dass die zuständigen Tierseuchenbekämpfungsorgane auf einen ASP-Ausbruch im Kanton Luzern vorbereitet seien. Die ASP sei zwar für den Menschen ungefährlich, ein Ausbruch hätte jedoch massive wirtschaftliche Folgen für die Landwirtschaft im Kanton und der ganzen Schweiz.

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