Aktualisiert 07.10.2008 09:35

Kampf der Grippe

Schweiz ändert Impfstrategie

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lanciert eine neue Strategie zur Grippebekämpfung. Nicht mehr nur alte Menschen, chronisch Kranke und Frühgeborene, sondern alle, die mit diesen Risikopersonen in Kontakt sind, sollen sich gegen Grippe impfen lassen.

Die «nationale Strategie zur Grippeimpfpromotion 2008 - 2012» schliesst an die vergangene, mehrjährige Grippepräventionskampagne des BAG an.

Dieses will den Kreis der Geimpften erweitern, um so die Dynamik einer hoch ansteckenden Infektionskrankheit zu unterbrechen. Neu gilt für alle, die mit so genannten Risikopersonen regelmässig zu tun haben oder mit ihnen in einem Haushalt leben, eine Impfempfehlung.

Zu den Risikopersonen gehören alle über 65-Jährigen sowie Menschen mit chronischen Krankheiten - wie etwa Asthma und Diabetes - und auch Frühgeborene ab dem Alter von sechs Monaten. Für sie alle kann das Husten und Niesen der Grippe lebensbedrohliche Folgen haben. Laut BAG sterben in der Schweiz jährlich 1000 Menschen infolge einer Grippe.

Auch Familienangehörige sollen sich impfen lassen

In der vergangenen Impfkampagne, die 2001 lanciert wurde, habe man vor allem diesen Risikopersonen sowie Medizinern und Pflegepersonal die Impfung empfohlen. Hingegen sei die Gefahr der Übertragung des Grippevirus durch andere als diese Personen bisher zu wenig beachtet worden, schreibt das BAG. Deshalb sind künftig auch jüngere Schweizer und Schweizerinnen, Familien und Arbeitgeber angesprochen.

So empfiehlt das BAG Familienangehörigen von über 65-Jährigen, von chronisch Kranken, Schwangeren und den Eltern und Geschwistern von Neugeborenen die jährliche Impfung gegen die Grippe. Auch wer regelmässig Senioren besuche oder am Arbeitsplatz mit Risikopersonen in Kontakt komme, soll sich impfen lassen. Laut BAG übernehmen viele Arbeitgeber die Kosten der Impfung.

Vorkehrungen für Vogelgrippe

Wegen des Vogelgrippe-Virus H5N1 sollen sich weiter auch Geflügelhalter oder Ornithologen impfen lassen. Und überhaupt, so das BAG, sei allen «Personen, die nicht an Grippe und deren Komplikationen erkranken wollen», die Impfung empfohlen.

Der Impfstoff allein kostet laut BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher etwa 20 Franken, dazu kommen die Konsultationskosten beim Arzt. Am 7. November findet ein nationaler Grippeimpftag statt, wo man sich ohne Anmeldung und zu einem Pauschalpreis von 25 Franken impfen lassen kann.

Vorbildliche Westschweizer

Dank der vergangenen Grippekampagne wurden laut BAG einige Erfolge erreicht. Hochrechnungen auf Basis von Telefonumfragen zeigten zwischen 1999 und 2007 eine Zunahme der Durchimpfung der über 65-Jährigen um etwa zehn Prozent auf 57 Prozent, wie das BAG schreibt.

Die beste Zeit für die Impfung ist laut Zürcher von Mitte Oktober bis Mitte November - bevor die jährliche Grippe-Epidemie zwischen Dezember und Februar beginnt. (dapd)

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