Aktualisiert 15.10.2014 09:09

Serbien - AlbanienSchweiz-Albaner mitten im Handgemenge

Das EM-Qualifikationsspiel Serbien - Albanien wird abgebrochen. Eine Drohne löst Tumulte unter Spielern und Zuschauern aus. Die vier Schweiz-Albaner waren mittendrin.

von
num

Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien in Belgrad musste nach Tätlichkeiten zwischen Spielern und Attacken von Zuschauern abgebrochen werden. Der englische Schiedsrichter Martin Atkinson unterbrach das Spiel kurz vor der Halbzeit, 45 Minuten später wurde entschieden, die Partie abzubrechen.

In der 42. Minute tauchte über dem Stadion ein Modellflieger mit einer Fahne auf, die ein potenzielles Grossalbanien zeigte. Der serbische Spieler Stefan Mitrovic konnte die Fahne an sich reissen, worauf albanische Spieler auf ihn losgingen.

Ein Youtube-Video zeigt den Drohnenflug:

(Video: YouTube/Lirim Imeri)

Aufgebrachte serbische Zuschauer gelangten daraufhin aufs Spielfeld und attackierten albanische Spieler. Diese, unter ihnen auch die Super-League-Legionäre Taulant Xhaka, Amir Abrashi, Ermir Lenjani und Burim Kukeli, konnten sich in die Kabine retten.

Ein Video zeigt die Tumulte

Bruder des Regierungschefs festgenommen

Nach den Zusammenstössen beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien am Dienstagabend in Belgrad ist der Bruder des albanischen Regierungschefs Edi Rama im Stadion festgenommen worden. Das berichtete der serbische Fernsehsender RTS unter Berufung auf die Polizei. Olsi Rama soll die Drohne vom VIP-Bereich aus per Fernbedienung gesteuert haben.

«Die genauen Umstände» würden nun der Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Uefa gemeldet, teilte die Europäische Fussball-Union noch am Dienstagabend auf ihrer Internetseite mit.

Nach einer Stunde Unterbrechung kehrten die serbischen Fussballer noch einmal kurz auf den Rasen zurück, um sich von ihren Fans zu verabschieden. Nach serbischen Berichten sollen sich die albanischen Spieler geweigert haben, das Spiel fortzusetzen. Sie hätten als Bedingung verlangt, dass alle Zuschauer das Stadion verlassen.

Mit Ausschluss gedroht

Auf Empfehlung der Uefa seien keine albanischen Anhänger zu dem Länderspiel gereist, teilte der albanische Verband am Montag mit. Im Gegenzug würden auch keine serbischen Fans zum Rückspiel im nächsten Jahr nach Tirana reisen. Darauf hätten sich die nationalen Verbände geeinigt. Allerdings waren einige wenige albanische Fans privat nach Belgrad gereist.

Es waren nicht die ersten gewalttätigen Ausschreitungen mit Beteiligung Serbiens. Kurz vor Ende und nach dem Schlusspfiff der U21-Partie gegen England am 16. Oktober 2012 in Belgrad war es zu Randalen auf den Rängen sowie handgreiflichen Auseinandersetzungen auf dem Rasen gekommen. Die englischen Spieler beklagten dabei, auch rassistisch beleidigt worden zu sein.

Schon im Februar 2011 hatte Uefa-Präsident Michel Platini Serbien bei weiteren Krawallen mit dem Ausschluss von kontinentalen Wettbewerben gedroht. Im Oktober 2010 war das EM-Qualifikationsspiel gegen Italien in Genua wegen der Randale serbischer Anhänger abgebrochen worden. (num/sda)

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