Migration: Schweiz als Transitland – Deutsche protestieren
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MigrationSchweiz als Transitland – Deutsche protestieren

In Deutschland kommen mehr Flüchtlinge an, die illegal durch die Schweiz gereist sind. Ein deutscher Politiker hat bei der Schweizer Botschaft interveniert.

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Viele Migranten versuchen, via die Schweiz nach Deutschland zu reisen. Die Route führt via Chiasso nach Weil am Rhein oder Konstanz. Deutschland hat die Grenzkontrollen verstärkt.

Viele Migranten versuchen, via die Schweiz nach Deutschland zu reisen. Die Route führt via Chiasso nach Weil am Rhein oder Konstanz. Deutschland hat die Grenzkontrollen verstärkt.

Pro Monat stoppten die Beamten in Konstanz rund 300 bis 600 Asylsuchende. Im Bild: Flüchtlinge am Bahnhof in Chiasso, die mit einem Bus nach Deutschland gelangen wollten. Sie durften nicht weiterreisen.

Pro Monat stoppten die Beamten in Konstanz rund 300 bis 600 Asylsuchende. Im Bild: Flüchtlinge am Bahnhof in Chiasso, die mit einem Bus nach Deutschland gelangen wollten. Sie durften nicht weiterreisen.

Francesca Agosta
Die Schweizer Grenzwache versucht zu verhindern, dass die Schweiz zu einem Transitland wird. Illegal Einreisende, die kein Asyl in der Schweiz stellen, werden in Chiasso zurück nach Italien gebracht (11. August 2016).

Die Schweizer Grenzwache versucht zu verhindern, dass die Schweiz zu einem Transitland wird. Illegal Einreisende, die kein Asyl in der Schweiz stellen, werden in Chiasso zurück nach Italien gebracht (11. August 2016).

Francesca Agosta

«Es kann doch nicht sein, dass Migranten aus Schwarzafrika sozusagen auf direktem Weg zu uns kommen!», sagt Frank Hämmerle (CDU), der den Landkreis Konstanz regiert. Derzeit reisten pro Tag 10 bis 20 Asylsuchende illegal durch die Schweiz in seinen Landkreis ein – also 300 bis 600 im Monat. Viele hätten von ihren Schleusern in Italien offenbar eine Fahrkarte direkt nach Konstanz in die Hand gedrückt bekommen, sagt der Politiker.

Prekär ist die Situation auch in Weil am Rhein bei Basel. Die Schweizer Grenzwacht kontrolliere im Tessin zwar die Züge und Grenzübergänge, sagt Hämmerle. Die Migranten kämen aber auch versteckt in Lastwagen, Fernbussen oder Taxis.

Mehr Kontrollen gefordert

«Ich wünsche mir, dass man an den Grenzen und im Inland auf der ganzen Route mehr kontrolliert», sagt Hämmerle zum «Tages-Anzeiger». Der Landrat aus Konstanz hat deswegen schon bei der Schweizer Botschafterin in Berlin, Christine Schraner Burgener, interveniert. Die deutsche Polizei hat die Kontrollen an der Schweizer Grenze intensiviert.

Das deutsche Bundesinnenministerium geht von 2300 illegalen Einreisen aus der Schweiz im ersten Halbjahr 2016 aus. Die illegalen Einreisen werden nach Auskunft aus Konstanz und Weil am Rhein für Juni und Juli zusammen auf mindestens 1300 beziffert. Im Vergleich zu den Einreisen nach Bayern im letzten Herbst, als in einzelnen Monaten mehr als 150'000 Flüchtlinge kamen, sei dies aber «nicht besorgniserregend», wie Helmut Mutter, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein sagt.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten (20 Minuten)

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