Vor Biden-Putin-Gipfel - Schweiz behandelt russische und amerikanische Einreisende ungleich
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Vor Biden-Putin-GipfelSchweiz behandelt russische und amerikanische Einreisende ungleich

Nächste Woche steht das diplomatische Top-Treffen zwischen Joe Biden und Wladimir Putin in Genf an. Bei der Einreise in die Schweiz aber gibt es für US-Amerikaner und Russen Unterschiede.

von
Reto Heimann
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Wer in die Schweiz einreist, muss bei der Ankunft einen PCR-Test machen – es sei denn, er oder sie sei geimpft.

Wer in die Schweiz einreist, muss bei der Ankunft einen PCR-Test machen – es sei denn, er oder sie sei geimpft.

20min/Marco Zangger
Für vollständig Geimpfte entfällt die Testpflicht.

Für vollständig Geimpfte entfällt die Testpflicht.

20min/Taddeo Cerletti
Das allerdings nur für Personen, die mit einem zugelassenen Impfstoff geimpft sind.

Das allerdings nur für Personen, die mit einem zugelassenen Impfstoff geimpft sind.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Geimpfte Russen müssen bei der Einreise in die Schweiz einen PCR-Test machen, Amerikaner nicht.

  • Der russische Impfstoff ist weder in der Schweiz noch in der EU zugelassen, noch hat er die Notfallzulassung der WHO.

  • Für andere Länder lockert die Schweiz die Einreisebestimmungen.

Die diplomatische und politische Welt blickt nach Genf. Am 16. Juni treffen sich dort US-Präsident Joe Biden und der russische Präsident Wladimir Putin. Es wird das erste Mal sein, dass die beiden Weltpolitiker aufeinandertreffen – und das erste Mal seit 1985, dass ein solches Treffen in der Schweiz stattfindet. Damals trafen sich US-Präsident Ronald Reagan und der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow, ebenfalls in Genf.

Logisch, dass das Treffen in Genf von nächster Woche Berichterstatter aus aller Welt anzieht, insbesondere aber auch aus den USA und Russland. Nun zeigt sich: Die Schweiz behandelt US-amerikanische und russische Einreisende nicht gleich. Wer aus Russland in die Schweiz einreist, muss einen PCR-Test machen. Wer aus den USA einreist, nicht.

Von der Testpflicht befreit

Zumindest gilt das für Geimpfte. Denn das Schweizer Einreiseregime sieht seit vergangenem Montag vor, dass vollständig geimpfte Personen keinen PCR-Test machen müssen. Es gibt jedoch ein grosses Aber: Von der Testpflicht ist nur befreit, wer entweder mit «einem in der Schweiz oder von der europäischen Arzneimittelagentur zugelassenen Impfstoff oder mit einem, der auf der Notfallliste der WHO steht», geimpft ist.

In der Schweiz zugelassen sind die Impfstoffe Moderna, Pfizer/Biontech und Johnson & Johnson. Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat zusätzlich den Impfstoff von AstraZeneca zugelassen. Eine Notfall-Zulassung der WHO besitzen zudem die beiden chinesischen Impfstoffe Sinopharm und Sinovac.

Von der Testpflicht nicht befreit

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings: Russische Berichterstatter, die mit dem russischen Sputnik-Impfstoff geimpft sind, müssen bei der Einreise in die Schweiz trotzdem zum Corona-Test antraben. Denn keine der oben genannten Behörden hat den russischen Impfstoff bislang zugelassen (die EMA prüft ihn zurzeit).

In anderen Bereichen hat die Schweiz die Einreisebestimmungen extra für den Gipfel in Genf angepasst. So hat das EDA die Einreise für Journalistinnen und Journalisten, die aus Ländern auf der Risikoliste des BAG stehen, gelockert. Für sie entfällt die Quarantänepflicht, die normalerweise für Reisende aus Risikoländern gilt.

Ausnahme: Journalistinnen und Journalisten, die aus einem Land einreisen, in dem eine sogenannte «besorgniserregende Variante» zirkuliert, müssen trotzdem in die Quarantäne. Das sind im Moment Indien, Brasilien, Südafrika, Kanada, Nepal und das Vereinigte Königreich.

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