Schweiz braucht zwei neue AKWs

Aktualisiert

Schweiz braucht zwei neue AKWs

Die Schweiz braucht laut dem Chef des Stromkonzerns Atel, Giovanni Leonardi, mindestens zwei neue Atomkraftwerke. Werde der Energiebedarf nicht gedeckt, drohten Stromlücken, auf die mit vorübergehenden Abschaltungen reagiert werden müsste.

Eines der beiden in der Schweiz benötigten neuen Atomkraftwerke (AKW) würde als Ersatz dienen für die drei älteren Kernkraftwerke, das andere als Ersatz für die auslaufenden Importverträge, sagte Leonardi in einem Interview der «SonntagsZeitung». Als Standorte für die neuen Werke kämen am ehesten einer der bisherigen AKW-Standorte in Frage. Dort sei die Bevölkerung an AKW gewöhnt und der Kernkraft gegenüber positiv eingestellt.

Standorte und Betriebsdauer der Schweizer AKWs

Die Abfallproblematik sei aus seiner Sicht gelöst. Der Entsorgungsnachweis sei erbracht, dies habe der Bundesrat festgestellt. Die Lösung der Standortfrage sei gemäss Gesetz Sache der Bundesbehörden und auch eine politische Frage.

Prognose: Deckung des Strombedarfs bis 2050

Werde der künftige Energiebedarf nicht gedeckt, werde es auch in der Schweiz zu Blackouts kommen wie in der EU. «Zudem wird es nicht mehr für jeden jederzeit Strom geben», so Leonardi. In der Spitzenzeit müssten dann Grosskunden vom Netz, und je nachdem würden ganze Regionen vom Strom abgehängt. «Dort wäre es dann ganz dunkel» fügte er hinzu. Wer zuerst vom Strom abgehängt würde, werde gegenwärtig festgelegt. Der Bundesrat arbeitet laut Leonardi eine Abschaltverordnung aus. Es werde keine fixe Reihenfolge geben, sondern die Abschaltungen erfolgten fallweise nach netzbetrieblichen Kriterien. Er wolle aber nicht, dass es so weit komme, dass der Strom abgeschaltet werden müsse, sagte der Chef des grössten Schweizer Stromkonzerns. Deshalb seien jetzt Investitionen erforderlich. (dapd)

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