Affäre Gaddafi: Schweiz darf wieder mit Libyen geschäften

Aktualisiert

Affäre GaddafiSchweiz darf wieder mit Libyen geschäften

Die neue libysche Regierung hat ihre Sanktionen gegen die Schweiz aufgehoben. Die Massnahme war vom getöteten Machthaber Muammar Gaddafi befohlen worden auf dem Höhepunkt des Streits zwischen den zwei Staaten.

Der Auslöser der Gaddafi-Affäre: Sohn Hannibal.

Der Auslöser der Gaddafi-Affäre: Sohn Hannibal.

Libyen hat am Montag offiziell die Aufhebung des Wirtschafts- und Handelsboykotts gegen die Schweiz bekannt gegeben. Die Massnahme war vom langjährigen Machthaber Muammar Gaddafi im März 2010 angeordnet worden. Der Entscheid war am Sonntag von der neuen libyschen Regierung getroffen und am Montag vom Unterstaatssekretär für Wirtschaft, Ahmad al-Kouchli, bekannt gegeben worden. Damit bestehe wieder die Freiheit, mit der Schweiz und dem Libanon zu geschäften. Libanon war von Gaddafi ebenfalls boykottiert worden.

Libyen werde künftig seine Geschäftsbeziehungen mit anderen Ländern auf eine Basis des «gegenseitigen Respekts und einträglichen Zusammenarbeit» stellen, wird Kouchli von der offiziellen Agentur Wal zitiert. Das Verbot, mit gewissen Ländern zu handeln, sei einer der negativen Punkte des alten Regimes gewesen.

Handel hatte massiv gelitten

Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen die Schweiz waren Folge der Verhaftung von Hannibal Gaddafi in Genf im Jahr 2008. Im März 2010, als Reaktion auf die Anti-Minarett-Initiative, ordnete sein Vater den «totalen» Wirtschaftboykott gegen die Schweiz an.

Der bilaterale Handel mit Gütern und Dienstleistungen habe darunter massiv gelitten, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im vergangenen September mit. Zusammen mit der EU hat die Schweiz einen Teil der Sanktionen gegen Libyen im September 2011 aufgehoben. (sda)

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