Schweiz erlässt Irak Schulden
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Schweiz erlässt Irak Schulden

Die Schweiz erlässt Irak im Rahmen des Club of Paris rund 264 Millionen Franken an Schulden. Die Schulden Iraks stammen allesamt aus Geschäften aus den 70-er- und 80-er Jahren.

Dies gab das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Montag in Bern bekannt. Die Schweiz begrüsste, dass eine Lösung für die Entschuldung Iraks gefunden wurde.

Inklusive Verzugszinsen belaufen sich die Forderungen der Schweiz auf rund 330 Millionen Franken. Der im Rahmen des Club of Paris von 18 Gläubiger-Nationen getroffene Schuldenerlass beträgt aber nur 80 Prozent. Er wird in drei Phasen, welche an die Fortschritte unter dem Programm des Internationalen Währungsfonds gebunden sind, durchgeführt. In einem ersten Schritt werden ein Grossteil der Verzugszinsen erlassen. Die Restschuld wird restrukturiert und muss über 23 Jahre mit einer Karenzfrist von sechs Jahren zurückgezahlt werden. Die Gesamtschuld von 38,9 Milliarden Dollar, welche Irak gegenüber den Paris-Club-Gläubigern hat, reduziert sich auf 7,8 Milliarden Dollar. Mit dem Schuldenerlass soll erreicht werden, dass der Irak zu einer nachhaltigen Schuldensituation gelangt und Mittel für den Wiederaufbau freigestellt werden.

Die Schulden Iraks stammen allesamt aus Geschäften aus den 70-er- und 80-er Jahren, wie eine seco-Sprecherin sagte. Nach dem Golfkrieg seien unter dem Embargo keine Geschäfte mehr mit Irak möglich gewesen. Alle Schulden sind auf durch die schweizerische Exportrisikogarantie gedeckte Geschäfte zurückzuführen. Derzeit werde geprüft, ob angesichts der Schuldenregelung Irak wieder für die Exportrisikogarantie geöffnet werden könne. (dapd)

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