Reisen in Corona-Gebiet: Österreich weist Italiener zurück – Schweiz nicht
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Reisen in Corona-GebietÖsterreich weist Italiener zurück – Schweiz nicht

Diverse Länder raten davon ab, nach Italien zu reisen. Österreich macht die Grenzen für Italiener dicht. Die Schweiz hat noch keine Warnung herausgegeben.

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dgr/sda/rab
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Verschiedene Länder empfehlen ihren Bürgern, nicht mehr nach Italien zu reisen. Die Schweiz hat bislang noch keine Empfehlungen herausgegeben (Stand Dienstag, 10. März, 11.15 Uhr).

Verschiedene Länder empfehlen ihren Bürgern, nicht mehr nach Italien zu reisen. Die Schweiz hat bislang noch keine Empfehlungen herausgegeben (Stand Dienstag, 10. März, 11.15 Uhr).

Keystone/Martin Ruetschi
Der internationale Flugverkehr soll in Italien noch nicht eingeschränkt werden. Die aktuellen Flugbewegungen am Dienstag, 10. März 2020 um 11:45 Uhr. (quelle: Screenshot flightradar24.com)

Der internationale Flugverkehr soll in Italien noch nicht eingeschränkt werden. Die aktuellen Flugbewegungen am Dienstag, 10. März 2020 um 11:45 Uhr. (quelle: Screenshot flightradar24.com)

Die italienische Regierung weitet die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus.

Die italienische Regierung weitet die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus.

AP/Antonio Calanni

Das Coronavirus grassiert in Italien weiter, seit Montagabend gelten die Massnahmen zur Eindämmung des Virus im ganzen Land: Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben ebenso geschlossen wie Museen, Fitnesscenter und Kinos. Grössere öffentliche Veranstaltungen sind seit Dienstagmorgen verboten. Hochzeiten und Beerdigungen werden abgesagt. Die Reisefreiheit wird aufgehoben: Reisen sind nur noch erlaubt, wenn sie beruflich, medizinisch oder durch einen Notfall begründet sind. Nicht ausgesetzt werden sollen der internationale Flugverkehr sowie der öffentlichen Nahverkehr.

Mehr als 9100 Menschen sind in Italien mit dem Virus infiziert und 463 daran gestorben (Stand Dienstagmorgen, 10. März 2020). Italien ist damit mit Abstand das am stärksten betroffene Land Europas. Dieser Umstand hat nun auch zu Reaktionen anderer Länder geführt: Deutschland, Österreich und England raten ihren Bürgern dringend von Reisen nach Italien ab.

Reisewarnung wie bei kriegs- oder bürgerkriegsähnlichen Situationen

Das österreichische Aussenministerium hat am Dienstagmorgen eine volle Reisewarnung für Italien ausgesprochen. Die Sicherheitsstufe wurde auf die höchste Stufe sechs hinaufgesetzt. Volle Reisewarnungen werden vom Aussenministerium in der Regel nur in besonderen Krisensituationen ausgerufen, zum Beispiel bei kriegs- oder bürgerkriegsähnlichen Situationen in einem Land oder wenn eine generelle Gefährdung für Leib und Leben besteht. Österreichern wird dringend empfohlen, aus Italien zurückzukommen.

Österreich verhängt Einreisestopp für Italiener

Österreich verhängte am Dienstagmittag zudem per sofort einen Einreisestopp für Personen aus Italien. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte zur Begründung: «Oberstes Ziel ist, die Verhinderung des Austausches und damit das Einschleppen in unsere Gesellschaft.» Eine Ausnahme soll es für Menschen mit einem ärztlichen Attest geben.

Seit dem frühen Dienstagmorgen hat Malta alle Verbindungen im Personenverkehr nach Italien unterbrochen. Die Flüge zwischen beiden Ländern würden sofort gestrichen, sagte Ministerpräsident Robert Abela. Die Fähren, die täglich zwischen Malta und Sizilien fahren, würden nur noch zum Transport von Medizingütern und anderer Fracht genutzt. Die Insel Malta ist abhängig von täglichen Importen, insbesondere von Lebensmitteln, die überwiegend aus Italien stammen.

Schweiz wartet ab

Anders als Österreich ruft die Schweiz ihre Staatsangehörigen in Italien nicht zurück. Auslandschweizerinnen und -schweizer in Italien sowie Schweizer Touristen sollten sich aber an die Instruktionen der italienischen Behörden halten, teilte das Aussendepartement EDA am Dienstag auf Anfrage mit.

«Die Reisehinweise werden demnächst den neuen Gegebenheiten angepasst», so EDA-Pressesprecher Georg Farago. Der Entscheid für oder gegen eine Reise liege im eigenen Ermessen und in der persönlichen Verantwortung jedes/jeder Einzelnen. Nicht zu vergessen sei in dieser Lage, dass das Coronavirus auch in der Schweiz auftritt.

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