Online-Drogenhandel: Schweiz ermittelt gegen Dealer im Darknet
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Online-DrogenhandelSchweiz ermittelt gegen Dealer im Darknet

Ein Hinweis aus den Niederlanden führte in vier Kantonen zu Ermittlungen wegen Online-Handel mit Drogen und Waffen.

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bus
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Drogen lassen sich im Darknet per Post bestellen.

Drogen lassen sich im Darknet per Post bestellen.

Raisa Durandi
Hier der Inhalt einer Sendung.

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Raisa Durandi
Ein Hinweis aus den Niederlanden führte in vier Kantonen zu Ermittlungen wegen Online-Drogen- und -Waffenhandel.

Ein Hinweis aus den Niederlanden führte in vier Kantonen zu Ermittlungen wegen Online-Drogen- und -Waffenhandel.

Raisa Durandi

Das Ende von zwei bekannten Handelsplätzen im Darknet, Alphabay und Hansa, hat in der Schweiz zu einer Reihe von Strafverfahren geführt. Es geht um Drogen- und Waffenhandel in einem Sektor des Internets, auf den sich nur mittels Spezialsoftware zugreifen lässt.

Die niederländischen Justizbehörden hatten im Juli 2017 die beiden Plattformen geschlossen und dabei Namen und Adressen von Händlern und Käufern gesammelt. Diese Daten teilten sie mit Fahndern aus anderen Ländern. So gelangten via Bundesamt für Polizei (Fedpol) 22 Alphabay-Fälle und 60 Hansa-Fälle in die Schweiz. Der Bund reichte die Dossiers an die Kantone Aargau, Luzern, St. Gallen und Zürich weiter. Die Luzerner Justiz erhielt 8 Meldungen, die sie zurzeit untersucht; in St. Gallen laufen «mehrere» Verfahren, im Kanton Zürich «einige», wie Sprecher und Staatsanwälte mitteilen.

«Verlagerung ins Internet»

Der Handel mit illegalen Substanzen auf Darknet-Marktplätzen boomt seit 2011, als mit Silk Road die erste Plattform dieser Art online ging. Niederländische und US-Behörden schlossen zwar mehrere Marktplätze, es traten jedoch jeweils neue Anbieter an deren Stelle.

In der Schweiz seien besonders viele Darknet-Dealer aktiv. Spezialisten reden von einer wachsenden Nische: «Wir beobachten eine gewisse Verlagerung des Drogenhandels aus dem realen Leben ins Internet», sagt Staatsanwalt Stephan Walder, Co-Leiter des Zürcher Cybercrime-Kompetenzzentrums.

Bewertungen wie bei Ebay und Amazon

Dealer und Konsumenten sagen, der Vorteil des Handels via Darknet sei die höhere Qualität der Substanzen. Auf Dream Market, dem aktuell grössten Marktplatz, können Kunden Händler bewerten, wie man dies von Ebay oder Amazon her kennt. Spezialisten widersprechen aber: Die Qualität sei bei Netzdealern nicht besser als auf der Gasse, sagt Christian Kobel vom Zürcher Drogeninformationszentrum DIZ.

Wie der Drogenhandel im Darknet im Detail funktioniert, zeigt der «Tages-Anzeiger» in einem interaktiven Beitrag auf Darknet.tagesanzeiger.ch

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten

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