Globalisierungsindex: Schweiz fällt vom Treppchen
Aktualisiert

GlobalisierungsindexSchweiz fällt vom Treppchen

Die Schweiz ist im Globalisierungsindex der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) um einen Rang auf Rang 4 zurückgefallen. Die am stärksten globalisierten Länder sind laut KOF Belgien und Irland.

Belgien liegt gemäss dem neu ausgestaltetenen KOF-Index seit 2004 an der Spitze der Rangliste der Globalisierung, wie die KOF am Dienstag mitteilte. Dahinter folgten Irland, die Niederlande, die Schweiz, Dänemark, Kanada, Luxemburg, Ungarn, Tschechien, Neuseeland, Finnland, Singapur und Portugal. Am unteren Ende der Skala befinden sich den Angaben zufolge Burma, die Demokratische Republik Kongo und Burundi.

Der KOF-Globalisierungsindex messe die wirtschaftliche, soziale und politische Dimension der Globalisierung. Die wirtschaftliche Dimension erfasse einerseits tatsächliche Handels- und Investitionsströme, anderseits, inwieweit sich Länder durch Handels- und Kapitalverkehrskontrollen nach aussen abschirmten. Die soziale Dimension widerspiegle den Grad der Verbreitung von Informationen und Ideen, während die politische Dimension auf die Stärke der politischen Zusammenarbeit zwischen den Ländern abziele, heisst es weiter.

Die Ranglisten im Detail

Bei der wirtschaftlichen Globalisierung liege wie schon im Vorjahr Singapur ganz vorne, vor Luxemburg, Irland, Malta und Belgien. Die Schweiz belegt den Angaben zufolge Rang 22, verglichen mit Rang 18 im Vorjahr. Die Rangliste der sozialen Globalisierung führe Luxemburg an, vor der Schweiz und Irland. Die politische Globalisierung sei in Frankreich am stärksten ausgeprägt, vor Italien, Belgien, Österreich und Schweden. Bei der politischen Globalisierung befinde sich die Schweiz wie im Vorjahr auf Rang 7. Im weltweiten Durchschnitt stagniere die soziale Globalisierung seit einigen Jahren, während sich die wirtschaftliche und politische Integration weiter fortgesetzt habe.

Obwohl die Schweiz im jüngsten Ranking insgesamt einen Platz auf Rang 4 zurückgefallen ist, weist die KOF darauf hin, dass sie sich seit den 1990-er Jahren durchgehend unter den am stärksten globalisierten Ländern der Welt befinde. Deutschland liege wie im Vorjahr auf Rang 22, nachdem dieses Land 2004 auf Rang 27 abgesunken war. Der Anstieg gehe hauptsächlich auf die wieder zunehmende wirtschaftliche Integration zurück. In Bezug auf die USA sei der Index der KOF seit den 1970-er Jahren kontinuierlich angestiegen, stagniere aber in den letzten Jahren. Im neuen Index werden die USA auf Rang 38 aufgeführt, verglichen mit Rang 39 im Vorjahr. (dapd)

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