Aktualisiert 05.01.2011 16:11

Suizid durch Schusswaffe

Schweiz hält traurigen Europa-Rekord

Die Rate der Schusswaffen-Suizide in der Schweiz ist mehr als dreimal so hoch wie der Durchschnitt der europäischen Länder.

Kein europäisches Land hat so viele Schusswaffensuizide pro 100 000 Einwohner wie die Schweiz, heisst es in einem Artikel der «Schweizerischen Ärztezeitung» vom Mittwoch. Die Aussage stützt sich auf die Auswertung von mehreren Studien.

Demnach stellen die Suizide mit Schusswaffen 34 Prozent aller Selbsttötungen in der Schweiz dar. Der europäische Durchschnitt beträgt knapp 10 Prozent. Rang zwei in der traurigen Statistik belegt mit 25 Prozent Finnland, gefolgt von Island mit 16 Prozent.

Zirka 13 Prozent Anteil von Schusswaffensuiziden weisen Luxemburg, Portugal, Slowenien und Spanien auf. Knapp über 10 Prozent sind es in Deutschland, zwischen 5 und 10 Prozent in Estland, Irland und Italien. Unter 5 Prozent werden genannt für England, Ungarn, die Niederlande und Schottland.

Hohe Selbstmordrate mit der Armeewaffe

Aus weiteren fünf zitierten Studien geht hervor, dass knapp die Hälfte der Schusswaffensuizide in der Schweiz mit Armeewaffen verübt werden - deutlich mehr als die 8 Prozent, die eine Ende Dezember veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Statistik aufführt.

Suizidprävention durch Verringerung der Verfügbarkeit von Schusswaffen müsse die Losung lauten, heisst es in der «Ärztezeitung». Die Ärztevereinigung FMH untermauert damit ihre bereits publizierte Parole für eine Annahme der Eidgenössischen Volksinitiative «Schutz vor Waffengewalt» am 13 Februar. (sda)

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