Affäre Gaddafi: «Schweiz hat bisher richtig gehandelt»
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Affäre Gaddafi«Schweiz hat bisher richtig gehandelt»

Wie soll die Schweiz auf die Provokationen aus Libyen reagieren? Nach der Öl-Attacke sind sich Politiker und Experten darüber uneinig.

Betont gelassen gibt sich die Erdöl-Vereinigung: Vor den Tankstellen seien keine Warteschlangen zu erwarten, sagte Geschäftsführer Rolf Hartl gestern. «Mit diesem Schuss treffen sich die Libyer ins eigene Knie.» Getroffen werde vor allem der Energiekonzern Tamoil – «der ironischerweise in libyscher Hand ist».

Besorgt zeigt sich hingegen das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). «Wir hoffen auf eine rasche Beruhigung der Lage», so Sprecherin Antje Bärtschi. Das Seco verfolge die Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit dem Aussendepartement aufmerksam. Trotz des Lieferboykotts, sagt Bärtschi, sei die Versorgung der Schweiz mit Öl und Ölprodukten aber gewährleistet. So äusserte sich auch Doris Leuthard im Exklusiv-Interview mit 20 Minuten.

Dass Libyen zwei Schweizer in Haft genommen und angeklagt hat, beunruhigt Nationalrat Geri Müller (Grüne/AG), Präsident der Aussenpolitischen Kommission, wenig: «Die Schweiz hat bisher richtig gehandelt, indem sie eine Delegation nach Tripolis schickte.» Er kenne die Delegationsmitglieder – «das sind gute Leute, die Libyen gut kennen».

Parallelen zum Fall der fünf bulgarischen Krankenschwestern, die unschuldig wegen des Vorwurfs der Aids-Verbreitung Jahre in libyschen Gefängnissen einsassen, sieht Müller nicht. «In der Vergangenheit hat die Schweiz in solchen Verhandlungsangelegenheiten stets gut gearbeitet und jeweils eine Lösung erzielt.»

raf

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