Aktualisiert 10.09.2010 20:31

Prix Courage

Schweiz hat drei neue «Helden des Alltags»

In Zürich wurde der Prix Courage verliehen. Das Publikum kürte zwei «Whistleblowerinnen», die Jury einen, der ein Paar vor Schlägern gerettet hatte.

Margrit Zopfi (links) und Esther Wyler (rechts) freuen sich über den Publikumspreis, Marc Hoffmann (Mitte) über den Jurypreis, anlässlich der Verleihung des Prix Courage der Zeitschrift «Beobachter».

Margrit Zopfi (links) und Esther Wyler (rechts) freuen sich über den Publikumspreis, Marc Hoffmann (Mitte) über den Jurypreis, anlässlich der Verleihung des Prix Courage der Zeitschrift «Beobachter».

Die Zürcher Whistleblowerinnen Margrit Zopfi und Esther Wyler sind mit dem Prix Courage ausgezeichnet worden. Am Freitagabend durften sie in Zürich den mit 10 000 Franken dotierten Publikumspreis entgegennehmen.

Zopfi (60) und Wyler (51) hatten vor drei Jahren Unregelmässigkeiten in der Zürcher Sozialhilfe publik gemacht und damit eine heftige Debatte über Sozialhilfe-Missbräuche ausgelöst.

Die beiden Angestellten des Sozialamtes wurden an ihren Arbeitsplätzen verhaftet, fristlos entlassen und wegen Amtsmissbrauches angeklagt. Das Bezirksgericht Zürich sprach sie im Herbst 2009 zwar frei, die Stadt zog den Fall aber ans Obergericht weiter, wo er heute noch hängig ist.

Eine Mehrheit der Leserinnen und Leser der Zeitschrift «Beobachter» hat sich bei der Wahl der Preisträger 2010 für die beiden Whistleblowerinnen entschieden, wie der «Beobachter» am Freitag mitteilte.

Paar vor Schlägerbande gerettet

Der mit 25 000 Franken dotierte Jurypreis geht an den 24-jährigen Basler Marc Hofmann, der unter Autismus leidet. Im vergangenen November rettete er ein Paar vor einer Schlägerbande und wurde dabei selber spitalreif geprügelt.

Der Prix Courage wird seit 1997 verliehen und zeichnet «Helden des Alltags» aus, die bei Fehlverhalten und Übergriffen beherzt eingreifen und dabei eigene Nachteile in Kauf nehmen oder sich selbstlos für eine solidarische Schweiz einsetzen. (sda)

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