Aktualisiert 16.09.2014 22:20

Mobiles Surfen

Schweiz ist bei iPhone und Tablet Weltspitze

Die Verbreitung von Smartphones und Tablets ist in der Schweiz enorm. Fast die Hälfte der Jungen gibt an, mehr mit mobilen Geräten online zu sein als mit herkömmlichen Computern.

von
S. Spaeth

Die Schweiz surft mit mobilen Geräten. Seit 2010 hat sich der Internetkonsum mit dem Smartphone verdreifacht. Griffen 2010 erst rund 25 Prozent der Schweizer mit dem Mobiltelefon aufs Internet zu, sind es heute 75 Prozent, wie aus dem neusten Media-Use-Index der Y&R Group Switzerland hervor geht. Stark ist das Wachstum auch bei den Tablets: Nutzte vor zwei Jahren erst jeder Fünfte das Tablet fürs Surfen, sind es heute bereits 42 Prozent. Bei der Internetnutzung per Tablet gehören die Schweizer damit zur Weltelite. Insgesamt greifen bereits 80 Prozent der Wohnbevölkerung über ein mobiles Gerät auf das Internet zu. Zum Vergleich: In den USA sind es 41 Prozent, in Grossbritannien 44 Prozent.

Künftig ist damit zu rechnen, dass der mobile Internetzugang per Tablet und Smartphone den Zugriff per Desktop oder Notebook als dominanten Nutzungspfad ablöst. So geben schon 45 Prozent der Digital Natives - also jene Personen, die bereits in eine Welt mit Mobiltelefonen, Computern und Internet hineingeboren wurden - an, häufiger mit dem Smartphone als mit dem Desktop-Computer online zu sein. Bei den Digital Immigrants, sprich den 30- bis 54-Jährigen, trifft diese Aussage auf 27 Prozent zu und bei sogenannten Silver Surfern (55-69 Jahre) sind es 13 Prozent.

Auch Oma und Opa surfen mit dem Tablet

Wie die repräsentative Studie weiter zeigt, besitzt fast jeder zweite über 30-Jährige mittlerweile ein Tablet (49 Prozent), im Vorjahr waren es noch 37 Prozent. Noch deutlicher ist der Anstieg bei den sogenannten Silver Surfern, wo mittlerweile 42 Prozent ein Tablet besitzen. 2013 war es lediglich jeder Vierte. Zum Vergleich: Bei den Jungen nennt nur etwas mehr als jeder Dritte das Tablet sein eigen. Täglich nutzen rund 35 Prozent ihr Tablet mehr als eine Stunde. Jeder fünfte Digital Native nutzt es sogar länger als zwei Stunden pro Tag.

Den Grund für die grössere Durchdringung der Tablets bei den älteren Personen sehen die Studienautoren in deren besseren finanziellen Situation. Zudem schätzen die Silver Surfer laut Experten die Benutzerfreundlichkeit sowie die grösseren Schriften der Tablets. Weiter zeigt die Studie, dass das Smartphone in der Schweiz beinahe Standard ist. 80 Prozent der unter 55-Jährigen verfügen über ein intelligentes Telefon, wobei die Jungen eher auf Android-Geräte setzen (siehe Box).

WhatsApp ist die Lieblings-App

Im Rahmen der Media-Use-Studie wurden 2000 Schweizerinnen und Schweizer auch nach ihren liebsten Apps gefragt. Der klare Sieger heisst WhatsApp. 50 Prozent der Befragten zählten den Nachrichtendienst zu den drei wichtigsten Apps auf ihrem Smartphone. Auf Platz zwei liegt Facebook (23%). Auf Rang drei die App von 20 Minuten (15%), die es als einzige News-App in die Top 5 geschafft hat. Die App von «Blick» erreicht einen Wert von 1,9 Prozent, jene von SRF 1,5 Prozent.

Etwas anders sieht das Ranking der Lieblings-Apps auf dem Tablet aus: Spitzenreiter ist Facebook, was daran liegen dürfte, dass es von WhatsApp keine iPad-Version gibt. Auf Rang zwei klassiert sich bei den Tablet-Applikationen bereits die App von 20 Minuten.

Das sind die Lieblingsapps der Schweizer

Quelle: Media-Use-Index 214 Y&R Group Switzerland

Junge stehen auf Android

Die Schweiz ist kein Apple-Land mehr. Nachdem das Betriebssystem Android im letzten Jahr mit iOS von Appple gleichzog, zieht Android in diesem Jahr vorbei. Insgesamt vertrauen 49 Prozent der Befragten auf die Software aus dem Hause Google. Bei iOS sind es 42 Prozent. Besonders beliebt ist Android bei den Digital Natives. In diesem Segment nutzen 53 Prozent Android und 37 Prozent iOS. Zugelegt hat auch Windows: 6 Prozent auf neu 9 Prozent im Jahr 2014. (sas)

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