Aktualisiert 22.01.2020 16:31

Alain Berset

«Schweiz ist sehr gut aufs Coronavirus vorbereitet»

Die Ausbreitung des Coronavirus bereitet international Sorgen. Auch die Schweiz verfolgt die Entwicklung, wie Bundesrat Alain Berset sagt. Sie will helfen, wo sie kann.

von
vro
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Die 90-jährige Suzanne Hoylaerts verzichtete freiwillig auf ein Beatmungsgerät und starb an Covid-19. (Quelle: Facebook)

Die 90-jährige Suzanne Hoylaerts verzichtete freiwillig auf ein Beatmungsgerät und starb an Covid-19. (Quelle: Facebook)

25. März: Luis Fernando Chuquispuma aus Madrid verlor am 14. März seinen Vater an Covid-19. Der 25-Jährige verbrachte 16 Stunden in der Wohnung mit der Leiche, bevor die Behörden sie abholten.

25. März: Luis Fernando Chuquispuma aus Madrid verlor am 14. März seinen Vater an Covid-19. Der 25-Jährige verbrachte 16 Stunden in der Wohnung mit der Leiche, bevor die Behörden sie abholten.

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25. März 2020: In Wuhan werden bereits Barrieren entfernt, ihre Stadt verlassen dürfen die Bewohner aber noch nicht.

25. März 2020: In Wuhan werden bereits Barrieren entfernt, ihre Stadt verlassen dürfen die Bewohner aber noch nicht.

China Daily Cdic

Die Ausbreitung des Coronavirus ist auch am WEF in Davos ein grosses Thema. Gesundheitsminister Alain Berset sagte am Mittwoch vor den Medien, dass die Schweiz die Situation sehr genau verfolge. «Wir sind sehr gut vorbereitet.»

Berset traf im Rahmen seines Aufenthalts am Weltwirtschaftsforum unter anderem den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, wie er vor den Medien sagte. Die Schweiz habe dabei bei der Bekämpfung des Coronavirus ihre Hilfe angeboten - «wir helfen, wo wir helfen können», sagte Berset.

Aktionsplan liegt bereit

Während der grossen Ebola-Epidemie im Jahr 2014 hatte die Schweiz verschiedentliche Hilfsleistungen erbracht. In Genf war beispielsweise der erste Schweizer Ebola-Patient behandelt worden. Der 43-jährige kubanische Arzt, der sich in Sierra Leona mit dem Ebola-Erreger infiziert hatte, konnte danach geheilt wieder nach Hause zurückfliegen. Zudem testeten die Universitätsspitäler Genf und Lausanne einen Ebola-Impfstoff.

Wie die Schweizer Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus aussehen könnte, führte Bundesrat Berset nicht aus. Er sagte: «Wir stehen zur Verfügung.» In der Schweiz selbst existiere für solche Ereignisse ein Aktionsplan. Dieser werde umgesetzt, sollte sich die Situation weiterentwickeln.

Davos als internationales Zentrum

In Davos unternahm Bundesrat Berset nach eigenen Angaben weitere Anstrengungen auf internationaler Ebene, damit die allgemeine Gesundheitsversorgung in Notsituationen gewährleistet ist. Auch das Thema Gesundheitsdaten sei in verschiedenen bilateralen Treffen angesprochen worden.

Berset bezeichnete das WEF in Davos als Zentrum der internationalen Gesundheitspolitik. So viele Akteure in so kurzer Zeit zu treffen, sei sonst nur in Genf und New York möglich. Auch seine achte Teilnahme als Bundesrat sei sehr positiv verlaufen.

«Nun müssen Taten folgen»

Berset traf in Davos beispielsweise den brasilianischen Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta und den niederländischen Amtskollegen Bruno Bruins. Zusammen mit Verteidigungsministerin Viola Amherd führte er zudem Gespräche mit Phumzile Mlambo-Ngcuka, der Direktorin der Uno-Frauenorganisation.

Dabei sei es um Gleichstellung, Lohngleichheit und häusliche Gewalt gegangen - «alles Themen, die den Bundesrat sehr beschäftigen». Für diese Herausforderungen lägen in der Schweiz Lösungen auf dem Tisch, sagte Berset. «Nun müssen Taten folgen.» (vro/sda)

Virus forderte schon 17 Tote

Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist sprunghaft auf 17 gestiegen. Mit mehr als 200 Nachweisen binnen eines Tages nahm auch die Zahl erfasster Virus-Infektionen stark zu. Es sei bislang bei 544 Menschen in China bekannt, dass sie an der Lungenkrankheit leiden, berichtete die chinesische Ausgabe der «Global Times» im Kurznachrichtendienst Weibo am späten Mittwochabend (Ortszeit). Allein am Mittwoch stieg die Zahl der Toten von bisher 6 auf 17, wie die Regierung der Provinz Hubei in der schwer betroffenen Metropole Wuhan berichtete. Auch ausserhalb Chinas wurden weitere Infektionen bekannt. Erstmals wurde ein Fall in den USA gemeldet. In Europa gibt es bislang keine Nachweise.

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