Aktualisiert 05.03.2008 21:04

Schweiz: Kein Hire and Fire

In der Schweiz
gelten die längsten
Kündigungsfristen.
Dennoch ist das Land
arbeitsrechtlich
wettbewerbsfähig.

Nur Tschechien und die Slowakei kennen laut der Studie des Beratungsunternehmens Mercer gleich lange Kündigungsfristen wie die Schweiz. Sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sind einer gesetzlichen Frist von zwei Monaten unterworfen, sofern die Angestellten länger als ein Jahr in der Firma tätig sind. Ganz anders die USA und Mexiko: Sie kennen überhaupt keine Pflichten für Kündigungsfristen.

Hans Reis, Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, sieht die langen Kündigungsfristen nicht als Nachteil. «Die Schweiz ist im internationalen Vergleich arbeitsmarktrechtlich wettbewerbsfähig», sagt er. «Wer in der Schweiz etwa die erwartete Leistung nicht erbringt, dem kann ein Arbeitgeber im Vergleich zu Deutschland leichter kündigen.» Auf der anderen Seite sei der Unternehmer dank dieser Flexibilität aber eher bereit, eine Person definitiv anzustellen, auch wenn er vielleicht Zweifel habe. Die Hire-and-Fire-Kultur der USA lehnt Reis klar ab. «Das gehört nicht in unsere Kultur und würde den sozialen Frieden gefährden», sagt er.

SDA/dga

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