Hanro: Schweiz-Label bleibt
Aktualisiert

HanroSchweiz-Label bleibt

Das Textil-Label Hanro will auch in Zukunft mit Swissness werben, obwohl die Produkte in Portugal hergestellt werden. Thomas Minder hatte den Fall vor die Justiz gebracht.

von
Hans Peter Arnold

Irreführenden Herkunftsangaben müsste ein Riegel vorgeschoben werden. Davon ist der Schaffhauser Trybol-Chef Thomas Minder überzeugt und will fortlaufend Fälle vor den Richter bringen, die gegen das Bundesgesetz zum Schutz von Marken- und Herkunftsangaben verstossen.

Minder, der mit der Abzocker-Initiative die eidgenössischen Parlamentarier auf Trab hält, hat nach der Beiersdorf-Tochter Juvena mit dem Textil-Label Hanro ein neues Opfer für einen Swissness-Streit gefunden. Hanro of Switzerland: So präsentiert sich die Marke der Liestaler Wäscheherstellerin, einer Tochtergesellschaft der österreichischen Hanro International. In den letzten Monaten hat die Staatsanwaltschaft laut der «NZZ am Sonntag» nach einem Tipp Minders mehrere hundert Kilogramm Lingerie beschlagnahmt. Für Minder ist Hanro ein glasklarer Fall, denn hier werde suggeriert, dass die Produktion mehrheitlich in der Schweiz stattfinde. Tatsächlich würden die Textilien jedoch in Portugal produziert.

Dies bestreitet Hanro auch gar nicht und verweist auf die Textiletiketten mit der Aufschrift «Made in Portugal». Die Hanro-Produkte würden zum allergrössten Teil im eigenen Werk in Portugal konfektioniert, teils auch in der Slowakei, so Stefan Hohmann, Chef von Hanro International. Man sehe derzeit keine Veranlassung, am Label Hanro of Switzerland ­etwas zu ändern.

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