Schweiz liefert alte Panzer an Thailand
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Schweiz liefert alte Panzer an Thailand

Thailand hat sich mit einer Option 480 weitere alte Schweizer Schützenpanzer M113 reservieren lassen.

Momentan laufen bereits Verhandlungen für den Kauf von je 200 Panzern 68 und M113. Für diese Tranche bestehen zwei vorläufige Ausfuhrbewilligungen.

Die Verhandlungen über die 400 Fahrzeuge hätten eigentlich Ende April abgeschlossen werden sollen, bestätigte Armasuisse-Sprecher Godi Huber am Freitag einen Bericht der Sendung «10 vor 10» von Schweizer Fernsehen SF DRS. Der Abschluss sei noch nicht erfolgt; das thailändische Kabinett habe das Geschäft noch nicht behandelt.

Export provisorisch bewilligt

Für diese 400 Panzer bestünden zwei vorläufige Ausfuhrbewilligungen, sagte Huber weiter. Die letzte datiert vom 13. April - also vor den aktuellen Unruhen in Südthailand, sagte Rita Baldegger vom Staatsekretariat für Wirtschaft (seco).

Huber erklärte die provisorischen Anträge für den Kriegsmaterialexport an das seco und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) damit, dass man eine Verhandlungsgrundlage brauche. Sollte das Geschäft mit den Thailänder zustande kommen, werde im Anschluss ein formelles Ausfuhrgesuch eingereicht.

Baldegger sagte, in der Regel würden positive Vorentscheide auch im definitiven Bescheid gestützt - ausser die Verhältnisse änderten sich grundlegend. Vor einer definitiven Ausfuhrbewilligung erfolge in jedem Fall eine eingehende Prüfung aufgrund aller bekannten Faktoren.

480 zusätzliche Schützenpanzer

Zur Ausdehnung des Geschäfts auf insgesamt rund 900 Panzer sagte Huber, Thailand habe erst eine Option auf die 480 zusätzlichen Schützenpanzer angemeldet. Das Land könne diese Option einlösen oder nicht. Vorerst seien die Fahrzeuge einmal reserviert.

Huber erklärte weiter, bei den Schützenpanzern M113 - gepanzerte Truppentransporter - handle es sich um 30- bis 40-jährige Fahrzeuge in unterschiedlichem Zustand. Die Panzer 68 seien 30 bis 35 Jahre alt. Die Industrie würde diese Fahrzeuge vor dem Export in Stand stellen.

Alle diese Panzer sind ausser Dienst gestellt. Sie sind an verschiedenen Orten parkiert. Lassen sie sich ins Ausland verkaufen, spart der Bund die Kosten für den minimalen Unterhalt und die Lagerung sowie - letztlich - das Geld für die Verschrottung. Die Kampfkraft der Panzer 68 war 1988 noch gesteigert worden.

(sda)

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