Gipfeltreffen in Genf – Joe Biden erhält Hightech-Geschenk hinterhergeschickt
Publiziert

Zu kurzfristigSchweiz muss Joe Biden sein Hightech-Geschenk hinterherschicken

Zum Gipfeltreffen in Genf schenkt die Schweiz dem US-Präsidenten einen einheimischen Hightech-Bilderrahmen. Doch erhalten hat Biden das Geschenk noch nicht. Es muss ihm zugeschickt werden.

von
Barbara Scherer
1 / 8
So einen Bilderrahmen erhält Joe Biden als Geschenk von der Schweiz.

So einen Bilderrahmen erhält Joe Biden als Geschenk von der Schweiz.

ETH Lausanne
Das Hightech-Geschenk wurde von der ETH Lausanne entwickelt.

Das Hightech-Geschenk wurde von der ETH Lausanne entwickelt.

ETH Lausanne
Die Technologie dahinter stammt vom Start-up Rayform. Dieses produziert vor allem Schmuck damit.

Die Technologie dahinter stammt vom Start-up Rayform. Dieses produziert vor allem Schmuck damit.

Rayform

Darum gehts

  • Die ETH Lausanne hat einen Hightech-Bilderrahmen entwickelt.

  • Er ist das Geschenk der Schweiz an Joe Biden zum Gipfeltreffen in Genf.

  • Die Technologie stammt von einem Schweizer Start-up.

  • Aufgrund der kurzfristigen Bestellung, muss das Geschenk dem US-Präsident hinterher geschickt werden.

Heute findet das Gipfel-Treffen von US-Präsident Joe Biden und dem russischen Präsident Wladimir Putin in Genf statt. Als Geschenk erhält Joe Biden von der Schweiz einen Hightech-Bilderrahmen: Fällt Licht auf die besondere Glasscheibe, strahlt sie ein, mittels Computeralgorithmus hergestelltes, Bild aus.

Entwickelt wurde das Geschenk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der ETH Lausanne. Die Technologie dazu stammt vom Schweizer Start-up Rayform in Waadt. «Wir sind stolz, dass diese bahnbrechenden Technologie dem US-Präsidenten überreicht wird», sagt eine Sprecherin der ETH Lausanne zu 20 Minuten.

Doch in der Hand hatte der US-Präsident den Bilderrahmen noch nicht. «Aufgrund der Kurzfristigkeit konnte das Geschenk nicht während der offiziellen Zeremonie übergeben werden, sondern wird ihm im Nachhinein zugeschickt», heisst es weiter.

Auf der Suche nach einem geeigneten Gschänkli für den Präsidenten, klopfte der Bund bei der ETH Lausanne an: «Wir wurden vom Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF kontaktiert, um ein Geschenk für den Besuch des US-Präsidenten vorzuschlagen, und wir haben an diese Spitzentechnologie gedacht.» Was Wladimir Putin als Geschenk erhält, ist noch unklar.

«Das ist die beste Werbung»

Für die ETH Lausanne und das Start-up Rayform ist der Hightech-Bilderrahmen ein riesiger Marketing-Coup, sagt Marketing-Expertin Adrienne Suvada von der ZHAW: «Das ist die beste Werbung.» Fraglich sei aber, ob die Schweizer Technologie auch über die Landesgrenzen Aufmerksamkeit erhält.

«Stellt Joe Biden den Bilderrahmen im weissen Haus auf, könnte das für mehr Interesse sorgen», so Suvada. Damit sei aber weniger zu rechnen. Denn Präsidenten erhalten bei fast jedem Auslandsaufenthalt Geschenke. «Diese werden aber meist nicht aufgestellt, sondern verstaut.»

Trotzdem sei der Hightech-Bilderrahmen eine gute Wahl. Er zeige die Innovationskraft der Schweiz. «Es ist eine Imagekampagne für das Technologieland Schweiz», so Suvada. Eine gute Idee sei auch, dass das Geschenk aus der Region Genf stammt, wo das Treffen stattfindet.

So funktioniert der Bilderrahmen

Das Start-up Rayform in Waadt hat die Technik, die sich Kaustik nennt, entwickelt. Dafür wird die Oberfläche eines Objekts modifiziert. Die auftreffenden Lichtstrahlen werden umgelenkt und erzeugen ein Bild. Es handelt sich dabei um das gleiche physikalische Prinzip wie bei einer Lupe oder einem gekrümmten Spiegel. Ein Computeralgorithmus berechnet die Fläche, die benötigt wird, um aus Licht das gewünschte Bild zu erzeugen. Die Firma Rayform stellt mit dieser Technologie zurzeit aber nur Schmuck her.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

46 Kommentare