01.04.2020 08:45

Covid-19 in Zürich

«Schweiz muss mit Tausenden Toten rechnen»

Das Universitätsspital Zürich hat noch Kapazitäten. Es bereitet sich aber auf das schlimmste Szenario vor, wie Infektiologe Hugo Sax sagt.

von
doz
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Das Universitätsspital rechnet mit einem hohen Anstieg an Corona-Patienten.

Das Universitätsspital rechnet mit einem hohen Anstieg an Corona-Patienten.

Keystone/Ennio Leanza
Es wurden vor dem Spital bereits Zelte aufgestellt.

Es wurden vor dem Spital bereits Zelte aufgestellt.

Keystone/Ennio Leanza
Hier kommen infizierte Coronavirus-Patienten zuerst in die Triage.

Hier kommen infizierte Coronavirus-Patienten zuerst in die Triage.

Keystone/Ennio Leanza

Im Universitätsspital Zürich ist noch Platz frei. Seit mehreren Tagen steigt die Anzahl schwerer Fälle aber stetig, weshalb schon bald eine grosse Herausforderung auf das Spital zukommen werde, sagt Spitaldirektor Gregor Zünd zum «Tages Anzeiger».

Momentan befinden sich 35 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, im Spital; 15 davon liegen auf der Intensivstation. Bisher waren die Patienten zu 80 Prozent männlich und zwischen 50 un 70 Jahre alt. Zwei Personen sind verstorben. Infektiologe Hugo Sax glaubt aber, dass diese Zahl drastisch ansteigen wird und die Schweiz bald mit «Tausenden Toten» rechnen muss.

Auf das Schlimmste vorbereiten

Laut Sax wird es in Zürich zu einer ähnlichen Welle an Infektionen kommen, wie es im Tessin der Fall war. Dort sind bereits 120 Personen gestorben. Daher sei es richtig, dass sich die Spitäler auf das Schlimmste vorbereiteten.

Es sei auch zu begrüssen, dass der Kanton Notspitäler einrichte. Dies ist beispielsweise in einem Pflegeheim im Kreis 4 und in einer Turnhalle der Kantonsschule Rämibühl geschehen.

Langfristig denken

«Vorbereitung ist alles», sagt der Infektiologe zum «Tages-Anzeiger». Es sei nicht möglich, noch etwas zu tun, wenn die Welle einmal da sei. «Deshalb sind wir immer einen Schritt voraus.» So habe die Taskforce des Unispitals beispielsweise bereits am 27. Januar Schutzbrillen und Masken bestellt, als diese noch gut erhältlich gewesen seien.

«Unsere Aufgabe ist, langfristig zu denken», so Jürg Hodler, ärztlicher Direktor des Unispitals und Leiter der Taskforce. Eine weitere Vorbereitung, die getroffen wurde, ist ein zweiter Sauerstofftank, der vergangene Woche aufgestellt wurde. Dieser könne zum Einsatz kommen, falls plötzlich hunderte Patienten beatmet werden müssten.

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