Aktualisiert 07.08.2011 11:46

Trotz wichtigem Finanzplatz

Schweiz nicht zum G20-Gipfel eingeladen

Statt der Schweiz lädt Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy Singapur zum G20-Gipfel in Cannes ein. Die Schweiz vernetzt sich dagegen hinter den Kulissen vermehrt mit Nichtmitgliedern.

Will die Schweiz nicht nach Cannes einladen: Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

Will die Schweiz nicht nach Cannes einladen: Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

Der nächste G20-Gipfel findet erneut ohne die Schweiz statt. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der «NZZ am Sonntag».

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy lädt stattdessen Singapur als Gast zum Treffen der mächtigsten Staaten der Welt im November in Cannes ein. Der asiatische Stadtstaat mit seinem bedeutenden Finanzplatz hatte sich bereits beim G20-Gipfel vom vergangenen November in Seoul eine Teilnahme via «Wild Card» ergattern können.

Nicht-Mitglieder vernetzen sich

Die Schweiz, deren Finanzplatz weltweit grösster Vermögensverwalter ist, vernetzte sich in den letzten Monaten hinter den Kulissen mit anderen Nichtmitgliedern, um mehr Einfluss zu bekommen. Am 5. Mai organisierte sie am Rande einer Konferenz der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris ein erstes Treffen von Nichtmitgliedern.

Daran nahmen zehn weitere Staaten teil, darunter Norwegen, die Niederlande, Schweden und Costa Rica, wie SECO-Sprecherin Antje Baertschi sagte. Noch vor dem nächsten G20-Gipfel in Cannes solle ein weiteres solches Treffen einberufen werden.

Schweiz soll mehr eingebunden werden

Sarkozy hatte der Schweiz vor Monaten versprochen, sie werde in die Entscheide der G-20 eingebunden. Eine direkte Teilnahme am Gipfel in Cannes schloss er dagegen aus. Um die Einbindung sicherzustellen, organisierte das SECO auch verschiedene Treffen mit der so genannten Troika, der letzten, der aktuellen und der künftigen G20- Präsidentschaft, die jährlich wechselt.

Ziel der Offensiven ist es, Vorfälle wie 2009 zu verhindern, als die Schweiz von der OECD auf Geheiss der G-20 - ohne vorgängige Konsultation - wegen ihres Bankgeheimnisses auf eine «Graue Liste» unkooperativer Steueroasen gesetzt wurde. (sda)

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