Wikileaks: Schweiz rückt ins Visier von Terroristen
Aktualisiert

WikileaksSchweiz rückt ins Visier von Terroristen

Mit Angriffen auf Schweizer Pharmafirmen könnten Terroristen die Sicherheit der USA massiv gefährden. Dies machte Wikileaks bekannt – und rückt die Schweiz so ins Visier von Terroristen.

von
Lorenz Hanselmann
Im Visier von Terroristen? Die Pharmafirma Roche, die das Grippemittel Tamiflu herstellt. (Bild: Keystone)

Im Visier von Terroristen? Die Pharmafirma Roche, die das Grippemittel Tamiflu herstellt. (Bild: Keystone)

Was Wikileaks bisher zur Schweiz veröffentlichte, sorgte zwar für rote Köpfe, war jedoch nicht sicherheitsrelevant. Die neuste Publikation birgt aber Zündstoff: Wikileaks veröffentlichte gestern eine geheime Liste von wichtigen Infrastrukturen, die aus Sicht der USA vor Terrorangriffen geschützt werden müssen – darunter die drei Schweizer Pharmafirmen Roche in Basel, die das Grippemittel Tamiflu herstellt, der Berner Typhus-Impfstoff-Hersteller Berna Biotech sowie der Antikörper-Produzent CSL Behring in Bern. Ein Angriff auf diese Firmen würde die Sicherheit der USA laut dem US-Aussenministerium «in besonderem Masse» gefährden.

Für die Schweiz birgt bereits die Veröffentlichung der Liste eine Gefahr: «Nun wissen alle Terrororganisationen der Welt, dass sie mit einem Angriff auf diese Ziele die Sicherheit der USA treffen können», sagt Strategieexperte Albert A. Stahel. Auch für FDP-Sicherheitspolitiker Peter Malama hat die Liste «für parastaatliche Organisationen oder Terrornetzwerke eine gewisse Brisanz».

Müssen nun die Sicherheitsmassnahmen erhöht werden? Der Bundesnachrichtendienst will keine Details preisgeben. Roche lässt nur ausrichten, dass man Gefahren sehr ernst nehme. Laut Stahel dürften diese Ziele aber ohnehin nicht geschützt werden können: «Die Schweiz hat seit der Einführung der Armee XXI dazu heute schlicht nicht mehr die militärischen Ressourcen. Die Pharmafirmen sind relativ leichte Ziele.»

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