Aktualisiert 18.12.2008 15:09

Hühner-DurchfallSchweiz sagt Campylobacter den Kampf an

Der Durchfallerreger Campylobacter im Hühnerfleisch hat aufgerüttelt: Die Bundesämter für Gesundheit (BAG) und Veterinärwesen (BVet) haben sich mit Forschern, der Geflügelbranche und kantonalen Behörden zu einer Sitzung getroffen.

Die Beteiligten einigten sich auf zwei Ziele: Wissenslücken schliessen und Bekämpfungsmassnahmen beurteilen, wie das BVet am Donnerstag mitteilte. Dafür wurde die Campylobacter-Plattform für koordinierte Bekämpfung des Durchfallerregers gegründet.

Angfang Dezember war bekannt geworden, dass der Durchfallerreger Campylobacter weiter auf dem Vormarsch ist. Messungen bei Schweizer Geflügel zeigten eine drastische Zunahme der befallenen Hühner von etwa 40 Prozent im Mai auf bis zu 90 Prozent im August. Im September ging die Quote auf 70 Prozent zurück.

Trotz intensivierter Forschung in den vergangenen Jahren gebe es noch viele offene Fragen zu Campylobacter, schrieb das BVet weiter. So beispielsweise wie die Keime am häufigsten in Mastpouletställe gelängen.

Weil sich in der Schweiz bis im November über 7000 Menschen mit dem Durchfallerreger angesteckt hatten, stelle sich auch die Frage, wo sich in der Schweiz Erkrankte vor allem infizieren. Solche und andere offene Fragen wurden am Arbeitstreffen zusammengetragen und sollten nun in den kommenden Jahren beantwortet werden.

Hände waschen und Poulet gut durchbraten

Die Experten waren sich an der Sitzung einig, dass die Anstrengungen zur Bekämpfung von Campylobacter entlang der gesamten Lebensmittelkette intensiviert werden müssen: im Stall, im Schlachthof, aber auch bei Konsumentinnen und Konsumenten.

Diese könnten sich durch einfache Massnahmen wie gründliches Händewaschen nach Berühren von rohem Pouletfleisch und gutes Durchbraten schützen.

Beim gerade in der Weihnachtszeit beliebten Fondue Chinoise solle das rohe Fleisch auf einem separaten Teller liegen und nicht in Kontakt mit Saucen oder dem gekochten Fleisch kommen.

Campylobacter sind weltweit verbreitet und kommen bei vielen Tierarten vor. Einige Tiere wie Hühner sind zwar Träger, werden aber nicht krank. Befallenes Geflügelfleisch gilt als eine der häufigsten Infektionsursachen für den Menschen. Bei Menschen kann der Keim heftige Krämpfe und tagelangen Durchfall auslösen. (sda)

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