Gefährlicher als Berlin-Attentäter: Schweiz schaffte Anis Amris Kontaktmann aus
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Gefährlicher als Berlin-AttentäterSchweiz schaffte Anis Amris Kontaktmann aus

Habib B. reiste von Italien in die Schweiz und wohnte in Berner Asylheimen. Er galt als ebenso gefährlich wie der spätere Berlin-Attentäter.

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mch
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Im Visier: Anis Amris telefonische Kontakte. (Archiv)

Im Visier: Anis Amris telefonische Kontakte. (Archiv)

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Bilder einer Überwachungskamera zeigen Anis A. bei der Ankunft in Mailand am Freitag, 23. Dezember, um 1 Uhr morgens. (veröffentlicht 27. Dezember 2016)

Bilder einer Überwachungskamera zeigen Anis A. bei der Ankunft in Mailand am Freitag, 23. Dezember, um 1 Uhr morgens. (veröffentlicht 27. Dezember 2016)

AFP/Polizia di Stato/Stringer
Der 24-jährige Tunesier wurde zwei Stunden später bei einer Polizeikontrolle erschossen.

Der 24-jährige Tunesier wurde zwei Stunden später bei einer Polizeikontrolle erschossen.

Keystone/Daniele Bennati

Zwei Kontaktpersonen des Berlin-Attentäters Anis Amri waren in der Schweiz als Asylsuchende registriert. Die zwei Tunesier hatten in Deutschland Kontakt zu Amri, der am 19. Dezember in Berlin zwölf Menschen umbrachte. Jetzt haben Recherchen des «Tages-Anzeigers» ergeben, dass einer der Kontaktmänner, Habib B., von Italien in die Schweiz reiste und zeitweise in Berner Asylheimen wohnte. Er galt als ebenso gefährlich wie der spätere Attentäter Anis Amri.

Die beiden Kontaktmänner, Habib B. und Bilal A., wurden von deutschen Sicherheitsbehörden zeitweise gar als gefährlicher eingestuft als Amri. Ihnen konnte aber nie eine schwere Straftat nachgewiesen werden.

Habib B. nach Tunesien ausgeschafft

Der heute 26-jährige Habib B. war 2011 aus Italien in die Schweiz eingereist und lebte in verschiedenen Asylheimen im Kanton Bern. Sein Asylgesuch wurde abgelehnt. Oft war er in Deutschland. Dort fiel er angeblich auf, weil er mit Anschlägen auf deutsche Personenzüge drohte. Im Mai 2016 überstellte ihn Deutschland nach Basel. Mit einem Sonderflug wurde er im Monat darauf nach Tunesien ausgeflogen.

Die deutschen Behörden wollten Anis Amri ebenfalls in sein Heimatland abschieben. Die Absichten scheiterten aber an Tunesien, das die nötigen Papiere für den späteren Attentäter nicht lieferte.

Bilal A. derweil in Tunesien

Bei Bilal A., der zweiten Kontaktperson von Anis A. mit Schweiz-Bezug, stellte sich dieses Problem nicht mehr: Er konnte am vergangenen Mittwoch aus Deutschland nach Tunesien ausgeschafft werden.

Bilal A. hatte im Oktober 2014 in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt. Es ist unklar, ob er sich auch in der Schweiz aufhielt.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger» und bearbeitet von 20 Minuten.

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