Aktualisiert 11.08.2009 21:06

Neue ZielgruppeSchweiz soll fromme Touristen anziehen

Schweiz Tourismus hat eine neue, lukrative Zielgruppe entdeckt: Bis zu 15 Millionen religiöse US-Touristen sollen in den nächsten Jahren in der Schweiz nach ihren religiösen Wurzeln suchen.

von
Deborah Balmer

Ob Baptisten, Mennoniten oder Calvinisten – immer mehr religiöse Gruppen aus den USA besuchen hierzulande religiöse Orte. So interessieren sich die Täufer für die Zwingli-Stadt Zürich und Calvinisten reisen nach Genf, wo dieses Jahr der 500. Geburtstag von Jean Calvin gefeiert wird. Zudem locken das internationale Reformationsdenkmal und das Reformationsmuseum die Calvinisten.

Andere Glaubenstouristen besuchen die katholische Kirche von Mario Botta auf dem Monte Tamaro im Tessin, interessieren sich dafür, wie Niklaus von der Flüh lebte, oder besuchen das Benediktinerkloster in Einsiedeln.

Schweiz Tourismus wirbt in den USA mit Flyern die Religionsgemeinschaften gezielt an. Mit Erfolg: Laut Edith Zweifel von Schweiz Tourismus planen viele beispielsweise eine Reformationstour. «Sie suchen ihre religiösen Wurzeln», so Zweifel.

Bis zu 15 Millionen Reisende aus den USA erwartet Schweiz Tourismus als Folge der Kampagne. Zweifel betont allerdings, dass solche Gruppen nicht mehr als 30 Prozent der Ferienzeit mit religiösen Aktivitäten, dem Besuch von Kirchen und Mahnmalen, verbringen. «Es handelt sich letztendlich um Touristen wie andere auch. Sie fahren Bahn, geniessen ein Essen und ein Glas Wein.» Und nicht zuletzt geben sie wie andere amerikanische Touristen in der Schweiz im Schnitt 270 Franken pro Tag aus.

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