Affäre Gaddafi: «Schweiz soll mit Kanada zusammenspannen»
Aktualisiert

Affäre Gaddafi«Schweiz soll mit Kanada zusammenspannen»

Nach der Schweiz schikaniert Gaddafi jetzt auch Kanada. Politiker fordern ein gemeinsames Vorgehen beider Staaten.

von
Désirée Pomper

Die Schweiz sitzt nicht mehr alleine im Boot. Nachdem die Schweiz seit Monaten von der libyschen Regierung an der Nase herumgeführt wird, ­bekommt nun auch Kanada Muammar Gaddafis Un­berechenbarkeit zu spüren: Libyen gewärt Kanadiern ab sofort keine Visa mehr. Der Diktator reagiert damit auf die Tatsache, dass Kanada seinen Aussenminister Lawrence Cannon zu Gaddafi schicken wollte, um ihm das Missfallen über den feierlichen Empfang für den verurteilten Lockerbie-Attentäter deutlich zu machen.

«Die Schweiz sollte mit ­Kanada zusammenspannen», sagt SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Würde man mit einem grossen Player wie Kanada gemeinsam bei der Uno vorstellig, erhöhte das den Druck auf Libyen. Auch für APK-Vizepräsidentin Christa Markwalder «macht es Sinn, mit Ländern mit ähnlichen Problemen zusammenzuarbeiten». Doch Libyen-Experte Hasni Abidi warnt: «Libyen könnte eine solche Kolla­boration als westliche Allianz ­gegen die arabische Welt interpretieren, was die Geiselbefreiung wohl kaum voranbringen würde.» Dennoch dürfte der weltweite Druck auf den Wüstenstaat steigen: Amnesty International erwägt im Fall der Schweizer Geiseln eine «Urgent Action». Dabei wird ein internationales Netzwerk von tausenden Aktivisten benachrichtigt, die eine Brieflawine an die Regierung in Tripolis senden. «Dank solch einer Aktion wurde 2008 in Libyen bereits ein Aktivist aus dem Gefängnis entlassen», so Sprecher Daniel Graf.

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