Basel-Stadt: Schweiz statt Schweden – Araber hacken Basler Site

Aktualisiert

Basel-StadtSchweiz statt Schweden – Araber hacken Basler Site

Ein nordafrikanisches Hackerkollektiv hackt aus Versehen eine Basler Site. Die Marokkaner zeigen Courage, entschuldigen sich und stellen die Site wieder her.

von
mak
Das marokkanische Hackerkollektiv Hawks Moroccan Sahara greift versehentlich die Website eines Basler Buchbinder-Unternehmens an.

Das marokkanische Hackerkollektiv Hawks Moroccan Sahara greift versehentlich die Website eines Basler Buchbinder-Unternehmens an.

Eigentlich wollte Philipp Sidler eine neue Bookhitchhiking-Aktion lancieren. Der Geschäftsführer von Bookbinders Design Schweiz wurde aber am Donnerstagmorgen von einem Kunden informiert, dass die Firmen-Website von Unbekannten verunstaltet worden sei. Tatsächlich handelte es sich um einen Hackerangriff, bei dem die Täter ihre Botschaft unübersehbar für alle Besucher hinterliessen, indem sie die Startseite kaperten. Im Fachjargon wird dies Defacement genannt. Dies berichtete «watson».

Für den Angriff verantwortlich zeichnen die «Hawks Moroccan Sahara». Das nordafrikanische Hackerkollektiv betreibt eine öffentliche Facebook-Seite. Dort vermeldeten sie am Mittwochabend den Hack. Mittlerweile ist der Eintrag gelöscht worden.

Falsches Land gehackt

Bei den Hackern handelt es sich um marokkanische Nationalisten, die gegen die Unabhängigkeitsbewegung Frente Polisario kämpfen. Hintergrund ist der Westsahara-Konflikt. Marokko beansprucht das Land als Teil seines Staatsgebietes, während die Polisario die Unabhängigkeit des gesamten Territoriums anstrebt. Weil Schweden die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützt, ist das Land ins Visier der marokkanischen Nationalisten geraten.

Sidler schrieb die Hacker via Facebook an. So erfuhren diese, dass sie nicht ein schwedisches, sondern ein Schweizer Unternehmen gehackt hatten, dessen Website über den Mutterkonzern in Schweden gehostet wird. Nach der Aufklärung durch Sidler entschuldigten sich die Hacker und stellten die Site wieder her. «Ich bin überrascht, dass von dieser Organisation die Zeit investiert wurde, unsere Webseite wieder aufzuschalten», sagt Sidler. Zur Sicherheit lässt er sie dennoch von einem externen Dienstleister säubern und sichern.

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