Affäre UBS: Schweiz verkauft UBS-Beteiligung
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Affäre UBSSchweiz verkauft UBS-Beteiligung

Der Bundesrat hat beschlossen, das Engagement des Bundes bei der Grossbank UBS sofort und umfassend abzubauen. Die 6 Milliarden teure Wandelanleihe soll in Bares umgewandelt werden.

Das teilten die UBS und der Bund am späten Mittwochabend - wenige Stunden nach der Beilegung des Steuerstreits mit den USA - mit. Dazu soll die vom Bund gehaltene Pflichtwandelanleihe in Aktien umgewandelt werden. Dies soll voraussichtlich am 25. August geschehen. Die UBS will rund 332 Millionen neue Aktien mit einem Nominalwert von 0,1 Franken ausgeben. Zum heutigen Kurs haben diese einen Wert von 5,56 Milliarden Franken.

Was für den Bund beim Verkauf herausschaut, ist aber noch unklar. Derzeit würden die Offerten entgegengenommen, sagte Peter Siegenthaler, Direktor der Eidg. Finanzverwaltung, am späten Mittwochabend auf Anfrage. Im Laufe des Donnerstag soll dieser Prozess abgeschlossen sein. Dann werde auch klar sein, welchen Preis der Bund für das Paket gelöst habe, sagte Siegenthaler.

Kein Zins

Daneben verzichtet der Bund auf einen Zins auf die gewandelte Anleihe, bekommt von der Bank aber 1,8 Milliarden Franken, was dem Wert der künftigen Zinszahlungen entspricht. Mit Verkauf des Pakets macht der Bund das Versprechen wahr, so rasch wie möglich bei der UBS wieder auszusteigen. Diese Möglichkeit sah er mit der Beilegung des UBS-Steuerstreits mit den USA offenbar gekommen.

Ausstieg nach Vergleich

Wenige Stunden vor der Ankündigung des Bundes hatten die Schweiz und die USA den Streit durch einen Vergleich beigelegt. Der Bundesrat erachte dies und die Stärkung der Eigenkapitalausstattung der Bank als wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung des Vertrauens in die UBS, teilte das Finanzdepartement mit.

Bund nun nicht mehr an UBS beteiligt

Auch die Schweizerische Nationalbank und die Finanzmarktaufsicht (Finma) begrüssten den Ausstieg. Die Wandlung der Plichtwandelanleihe in Aktien sei ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen des Marktes in die Widerstandsfähigkeit der Bank weiter zugenommen habe, schreibt die SNB in einer Mitteilung.

Mit dem Verkauf sei der Bund an der UBS nicht mehr beteiligt. Die Übernahme von illiquiden Aktiven der UBS in die Zweckgesellschaft «StabFund» der SNB und die Bewirtschaftung dieser Aktiven sei vom Abbau des Engagements des Bundes nicht tangiert. Die Auffanggesellschaft stelle keine Beteiligung der SNB an der UBS dar.

Giftpapiere bleiben bei der Nationalbank

Im Oktober 2008 erfasste die Finanzkrise definitiv die Schweiz. Der UBS drohte wegen riskanter Geschäfte im US-Hypothekenmarkt der Zusammenbruch. Der Bund fasste einen einmaligen Entscheid und schoss 6 Milliarden Franken in die UBS ein. Die grösste Schweizer Bank erhielt ferner Hilfe von der Nationalbank, die die Auslagerung fauler oder illiquider Wertpapiere von 60 Milliarden Dollar absicherte.

(sda/dapd)

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