OECD: Schweiz vor langer Rezession
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OECDSchweiz vor langer Rezession

Auch die OECD sieht immer schwärzer für die Schweizer Konjunktur: Die Wirtschaft dürfte hierzulande 2009 um 2,7 Prozent schrumpfen. Und der Aufschwung lässt länger auf sich warten als gedacht.

Die Schweizer Wirtschaft werde sich erst im Verlauf des nächsten Jahres langsam erholen, schreiben die Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer Prognose vom Mittwoch.

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) dürfte 2010 um 0,2 Prozent schrumpfen. Für das laufende Jahr sagt die OECD gar einen Rückgang um 2,7 Prozent voraus. Vor sieben Monaten war die Organisation noch weit optimistischer gewesen, sie hatte ein Minus von 0,2 Prozent 2009 und 1,6 Prozent Wachstum im 2010 in Aussicht gestellt.

Aufschwung in Asien

Getragen werde der Aufschwung von der besseren Verfassung der Weltwirtschaft, vor allem in die Schwellenländer Asiens könnten die hiesigen Unternehmen wieder mehr exportieren. Aber auch die Lage an den Kapitalmärkten dürfte sich aufhellen.

Im laufenden Jahr werden die Exporte von Gütern und Dienstleistungen nach Ansicht der OECD um 14,6 Prozent einbrechen. Im nächsten Jahr dürfte das Minus bei den Ausfuhren mit 1,1 Prozent deutlich geringer ausfallen.

Einen ähnlichen Verlauf sieht die OECD bei den Einfuhren. Diese werden heuer um 8,4 Prozent absacken, während für 2010 noch ein Rückgang von 1,4 Prozent erwartet wird.

Düstere Aussichten für Arbeitsmarkt

Die Preise dürften laut OECD im laufenden Jahr um 0,2 Prozent sinken, für 2010 stellt sie eine Inflationsrate von 0,7 Prozent in Aussicht.

Düster ist ihre Prognose für den Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit werde massiv steigen. Die Quote dürfte im laufenden Jahr 4,5 Prozent erreichen. Im nächsten Jahr werde die Arbeitslosigkeit gar auf über 5 Prozent zunehmen (5,1 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit könnte sich als hartnäckiger herausstellen als früher, wenn die Zuwanderung und die Grenzgänger ein weniger pro- zyklisches Verhalten an den Tag legten als bei vergangenen Rezessionen, hiess es weiter.

Bessere globale Prognose

Für die Weltwirtschaft hob die OECD ihre Prognose an - erstmalig seit Juni 2007: Statt um 1,25 Prozent werde die globale Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um 2,3 Prozent zulegen.

Die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme, der leicht anziehende Welthandel und günstige Finanzierungsbedingungen dürften für eine «bescheidene Erholung» sorgen.

Von den sieben grössten Industrieländern werden den USA im kommenden Jahr die besten Wachstumschancen eingeräumt. Die weltgrösste Volkswirtschaft werde um 0,9 Prozent wachsen, hiess es.

Für dieses Jahr erwartet die Organisation einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von 2,2 Prozent. Im März wurden noch minus 2,75 Prozent vorhergesagt.

Sorgenkind Arbeitslosigkeit

Ungeachtet der leicht verbesserten Konjunkturaussichten befürchtet die OECD einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. «Die Rezession hat bereits zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt», sagte der Leiter der OECD- Wirtschaftsabteilung, Jorgen Elmeskov. «Und diese Zunahme wird sich weiter fortsetzen, bis die Erholung kräftig genug ist, um den Trend umzukehren.» (sda)

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