Mit Aufräum-Satellit: Schweiz will im Weltall für Ordnung sorgen
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Mit Aufräum-SatellitSchweiz will im Weltall für Ordnung sorgen

Ab 2025 soll ein Schweizer Satellit im Weltall aufräumen. Die Mission ClearSpace-1 sieht vor, Weltraummüll aus der Erdumlaufbahn zu verbannen. Doch ob sie zustande kommt, ist unklar.

von
Samina Stämpfli
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Das Startup «ClearSpace.today» soll das Weltall von Müll befreien.

Das Startup «ClearSpace.today» soll das Weltall von Müll befreien.

Clearspace
Das Vorhaben kostet 120 Millionen Franken.

Das Vorhaben kostet 120 Millionen Franken.

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Darum gehts

  • Das Spin-Off Startup der ETH Lausanne «ClearSpace.today» will mit einem Satelliten im Weltraum aufräumen.

  • Das Vorhaben kostet 120 Millionen Franken.

  • Wirklich entsorgt können aber nur die grossen Teile werden.

  • Wenn nicht weitere Technologien entwickelt werden, kommt die Raumfahrt bald zum Erliegen.

Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit soll Weltraumschrott aus dem All entfernt werden. Nach über 60 Jahren Raumfahrt will das Startup «ClearSpace.today» das All von Überbleibseln säubern.

Das Unternehmen, das 2018 von Ingenieur Luc Piguet als Spin-Off der ETH Lausanne gegründet wurde, arbeitet mit der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) zusammen. Letztere investierte kürzlich rund 90 Millionen in das Startup. Weitere 30 Millionen werden von privaten Investoren zur Verfügung gestellt, wie SRF berichtet.

Alles nicht ganz einfach

Es reiche nicht, einen Bergungssatelliten mit Greifarm zu entwickeln, in die Erdumlaufbahn zu fliegen und dann aufzuräumen, sagt Luc Piguet. Denn der Weltraummüll rast mit etwa 30’000 km/h um die Welt und muss erst mal lokalisiert werden.

Es sei schwierig, den Weltraumschrott zu bergen, sagt Ingenieur Luc Piguet gegenüber SRF. So bringe jede Annäherung mit den Überbleibseln die Gefahr einer Kollision, was dann zu noch mehr Abfall im Weltall führen würde. Die Mission kann also erst starten, wenn genügend Tests durchgeführt wurden.

Das Weltall aufräumen ist teuer

Die Mission ClearSpace-1 soll 120 Millionen Franken kosten. Doch es geht bei dem Vorhaben nicht nur um die grossen Teile, sondern das Problem sind Millionen von kleinen Trümmern, die mit dem Bergungssatelliten nicht entsorgt werden können.

Dies erfordert weitere Technologien und das ziemlich dringend, weil die Raumfahrt sonst schon in Kürze zum Erliegen komme. Bei der Mission «ClearSpace-1» handle es sich deshalb um einen Testlauf, der zeige, wie die Entsorgung im Weltall funktionieren könnte, so SRF.

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