16.08.2020 08:26

Keine ÜbersterblichkeitSchweiz zählt nicht aussergewöhnlich viele Todesfälle – trotz Corona

39'211 Personen in der Schweiz sind in diesem Jahr gestorben. Das sind weniger als in der Vorjahresperiode.

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Die Schweiz zählt 37'924 laborbestätigte Corona-Fälle.

Die Schweiz zählt 37'924 laborbestätigte Corona-Fälle.

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1715 Personen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben.

1715 Personen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben.

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Trotzdem sind in diesem Jahr mit 39'211 nicht mehr Personen verstorben als im Vorjahr.

Trotzdem sind in diesem Jahr mit 39'211 nicht mehr Personen verstorben als im Vorjahr.

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Darum gehts

  • Trotz Corona-Pandemie gibt es in der Schweiz keine Übersterblichkeit.
  • Hauptgrund sei vor allem der frühzeitig verhängte Coronavirus-Lockdown gewesen, sagen Experten.
  • In der Schweiz sind 1715 Personen an den Folgen des Coronavirus gestorben.

Eine Analyse der Schweizer Sterbezahlen zeigt, dass die Schweiz bisher vergleichsweise glimpflich durch die Coronavirus-Pandemie gekommen ist. Gemäss den Zahlen der Todesfälle bis Mitte Juli, welche die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» publiziert haben, seien in diesem Jahr mit 39'211 nicht mehr Personen verstorben als im Vorjahr.

Zwar sei es in Regionen der Romandie und dem Tessin zu einer sogenannten Übersterblichkeit gekommen – gesamtschweizerisch habe es aber sogar weniger Todesfälle als im Jahr 2019 gegeben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres seien 538 Personen mehr verstorben; in Relation zu 2015 seien es 1685 mehr Todesfälle gewesen.

Hauptgrund sei vor allem der frühzeitig verhängte Coronavirus-Lockdown gewesen, hiess es. Allerdings spielten auch andere Gründe eine Rolle, über die Experten teilweise noch immer rätseln würden. Vermutet werde, dass viele Menschen während des Lockdowns weniger Gefahren ausgesetzt waren.

«So könnte es wegen des Shutdowns zu etwas weniger Strassen-, Ski- und Bergunfällen gekommen sein», sagt Antoine Flahault, Direktor des Instituts für globale Gesundheit an der Universität Genf, im Bericht. Für Christoph Junker, Arzt und Epidemiologe beim Bundesamt für Statistik, sind die Zahlen hingegen nicht überraschend: «Wegen der Hygiene- und Distanzregeln kam es zudem zu weniger Ansteckungen mit anderen Krankheiten.»


In der Schweiz sind 1715 Personen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Insgesamt meldet das BAG 37'924 laborbestätigte Fälle.

(woz/SDA)

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